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scienceindustries-Direktor: "Was soll die Pestizid-Verteufelung?"

"Wir brauchen risikobasierte und wissenschaftlich fundierte Regulierung, keine pauschale Verteufelung.» so Stephan Mumenthaler, Direktor scienceindustries in seinem Gastkommentar der Handelszeitung.

04.02.2021

Über Pflanzenschutz wird in den nächsten Monaten viel diskutiert. Dabei ist ein Muster klar: Umweltverbände und linke Parteien verurteilen den Einsatz von Pestiziden pauschal. Wer Pflanzenschutzmittel einsetzt, wird zum Umweltsünder gestempelt. Pestizid wird mit Gift gleichgesetzt – eine unangemessene Vereinfachung.

Pflanzenschutzmittel haben in der Landwirtschaft einen grossen Nutzen. Sie schützen vor Mehltau und anderen Pflanzenkrankheiten, bekämpfen Schädlinge und verhindern, dass Unkräuter landwirtschaftliche Kulturen verdrängen. Letztlich ermöglicht der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in unseren Breitengraden eine produktive, regionale Landwirtschaft. Sie bringt Gemüse und Obst auf den Markt, das qualitativ hochstehend und somit haltbar ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn Getreide mit gefährlichen Pilzgiften gefährdet die Gesundheit – und Obst mit Insektenfrass verdirbt rasch und trägt zu Foodwaste bei. Zudem zeigen Untersuchungen, dass aus Klimasicht die Bekämpfung von Unkräutern mit Herbiziden grosse Vorteile hat. Insgesamt schneidet eine produktive Landwirtschaft durch ihren geringeren Flächenbedarf und aus Umwelt-und Klimaperspektive vorteilhaft ab.

Auch wenn ein Pflanzenschutzmittel als gefährlich eingestuft wird, bedeutet seine Anwendung nicht automatisch ein unannehmbares Risiko. Bei sachgerechter Anwendung können Pestizide von den Landwirten sicher eingesetzt werden. Die Schulung der Bauern trägt zur kontinuierlichen Reduktion von Risiken bei. Auf internationaler Ebene unterstützen die forschenden Agrarunternehmen die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und den Verhaltenskodex der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zum Pestizidmanagement.

Wieso Exportverbote den Ärmsten schadet und wie Innovationen helfen können, lesen Sie im Gastbeitrag von Dr. Stephan Mumenthaler in der Handeslzeitung.


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