Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

Dossiers - Wettbewerbsfähigkeit

Digitalisierung sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz

22.09.2021

Chemie Pharma und Life Sciences gehen die an sie gestellten hohen Anforderungen entschlossen an. Damit der Standort Schweiz für die Unternehmen auch in Zukunft ein wichtiges Standbein des globalen Forschungsnetzwerks bleibt, braucht es vor allem ein wettbewerbsfähiges Innovationsumfeld sowie optimale Rahmenbedingungen bei der Nutzung digitaler Technologien.

Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Für die Chemie-, Pharma- und Life Science-Industrien ergeben sich daraus Chancen, indem etwa Effizienzpotentiale genutzt oder bessere Vernetzungen in Lieferketten etabliert werden können.  Neben der Nutzung von internen und externen Daten zur Optimierung der betrieblichen Prozesse bedeutet Digitalisierung aber auch die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle. Dazu wird die Künstliche Intelligenz (KI) bereits rege genutzt. KI steht allerdings erst am Anfang ihrer Entwicklung. Ihr Erfolg hängt stark von einem innovationsfreundlichen Umfeld ab. Spezifische Regulierung sollte, wenn sie denn überhaupt nötig ist, über nationale Grenzen hinweg abgestimmt sein, damit es nicht zu lokalen Wettbewerbsnachteilen kommt. Es muss verhindert werden, dass zukünftige Geschäftsmodelle oder Innovationen durch aktuelle Regulierung beschnitten werden.

Digitalisierung ist vielseitig – die benötigten Massnahmen zur Beibehaltung der Innovationskraft sind es ebenso

Der Forschungsstandort Schweiz verfügt aktuell über eine sehr hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit, was insbesondere seiner Innovationskraft zu verdanken ist. Die Investitionen in die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte sind hoch, wobei der Fokus auf Spitzenforschung liegt. Die Analyse der jüngeren Vergangenheit zeigt jedoch auch, dass der Wettbewerbsdruck auf den hiesigen Forschungsplatz im Zuge der Digitalisierung zunimmt bzw. der Standort Schweiz mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der digitalen Technologien bereits an Boden verloren hat. Gegenüber den besten weltweiten Standorten besteht bereits ein substanzieller Rückstand.

Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen dringend Impulse gesetzt werden. Benötigte Investitionen in die digitale Infrastruktur sollen angepackt und die Digitalisierung der Industrie mit effizienter Regulierung unterstützt werden. Zudem bedarf es weiterer Anstrengungen zur Handelsliberalisierung und Regeln für einen rechtssicheren internationalen Datenschutz und -austausch. Es ist beispielsweise bereits absehbar, dass die Digitalisierung die Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln fundamental verändert wird. Für Daten, Algorithmen und die Resultate der Datenanalyse, aus denen innovative Therapien resultieren, steht heute allerdings noch kein ausreichender Rechtsrahmen zur Verfügung. Es gilt daher, die Schutzrechte so weiterzuentwickeln, dass die hohen Aufwendungen der Unternehmen amortisiert und weitere Innovationen vorangetrieben werden können. In diesem Zusammenhang wird eine enge Zusammenarbeit mit Behörden und weiteren Partnern zentral sein.

Darüber hinaus sollte der Ausbau der technischen Infrastruktur sowie die digitale Bildung effizient gefördert werden. Datenanalyse und KI muss nicht zwingend ein reines Arbeitsfeld für Spezialisten sein, sondern früh in den Lehrplänen verankert werden. Dazu muss auch die Telekommunikationsinfrastruktur flächendeckend ausgebaut sein. Mobilfunknetze der fünften Generation (5G) sind für Gesellschaft und Wirtschaft wichtige Innovationsplattformen, welche innert nützlicher Frist bereitgestellt werden müssen, damit neue Produkte, Dienstleistungen und letztlich Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Schweiz entstehen können.

Im Vergleich zu anderen Ländern besteht in der Schweiz bei den digitalisierungsbezogenen Rahmenbedingungen noch Verbesserungspotenzial. Strukturwandel gelingt indes am besten in einem regulatorischen Umfeld, das neue Produkte, Dienstleistungen sowie Investitionen fördert statt behindert.


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