Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

Die Gesundheitswirtschaft bringt der Schweiz Wohlstand

Wenn vom Gesundheitswesen die Rede ist, dann fokussiert die Diskussion immer häufiger nur auf dessen Kosten. Es ist auch im Interesse der Wirtschaft, eine breit zugängliche und erschwingliche Gesundheitsversorgung bieten zu können, doch ist in der ganzen Kostendiskussion die eminent wichtige wirtschaftliche Bedeutung gerade der industriellen Akteure im Gesundheitswesen in der Schweiz nicht zu vergessen.

12.03.2020

Bekannterweise ist die Schweiz einer der global führenden Pharmastandorte; gleichzeitig spielt sie auch in der medizinaltechnischen Industrie eine traditionell starke Rolle. Alleine die drei in der Schweiz beheimateten Unternehmen Novartis, Roche und Vifor erzielten im Jahr 2018 einen globalen Umsatz von mehr als CHF 120 Mia. Viele im Ausland angesiedelte Pharmaunternehmen führen zudem wesentliche globale Einheiten, sei es im Verkauf oder in der Produktion in der Schweiz (wie bspw. Bayer, CSL Behring, Biogen, J&J, Merck, MSD oder Takeda, um nur einige zu nennen). Insgesamt beschäftigte die Pharmaindustrie hierzulande per 2018 rund 47'000 Personen, wobei das Beschäftigungswachstum auch während der wirtschaftlich angespannten Jahre weiter angezogen hat. Mit 42% weiblichen Vollzeitangestellten im Jahr 2018 lag der Frauenanteil im Übrigen höher als in der Gesamtwirtschaft. Definiert man die Arbeitsproduktivität als nominale Bruttowertschöpfung in Franken pro Beschäftigten, so ist die Pharmaindustrie zudem die produktivste Branche in der Schweiz; sie übertrifft jene der Gesamtwirtschaft um mehr als das Siebenfache. Mit einem Exportvolumen von mehr als CHF 88 Mia. machten Pharmaexporte im Jahr 2018 38% des Gesamtvolumens aller Schweizer Exporte aus.

Zudem gaben die Pharmafirmen hier im Jahr 2018 6.5 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung (F&E) aus. Anders ausgedrückt investierten diese Unternehmen hier also dieselbe Summe in innovative Projekte wie der Medikamentenumsatz in der Grundversicherung zu Buche schlägt und das, obschon die Preise für deren Produkte seit 2012 hierzulande zum Teil signifikant gesunken sind. Dabei ist auch darauf hinzuweisen, dass bei Forschungs- und Entwicklungsprozessen das volle Forschungsrisiko von den Unternehmen getragen wird. Zusätzlich zu den Investitionen in F&E kommt noch über eine Milliarde Franken an Investitionen in Anlagen wie technische Geräte, Maschinen, Gebäude- und Betriebsausstattung. Diese hohen Investitionen in der Schweiz sind nur dank guten Standortbedingungen möglich, welche die Grundvoraussetzungen für deren wirtschaftlichen Erfolg sind, ohne den letztlich weniger Mittel zur Verfügung stünden (Interpharma 2019).

Die medizintechnische Industrie in der Schweiz umfasst ganze 1'400 Unternehmen mit rund 58'500 Beschäftigten. Mit 15,8 Milliarden Umsatz und Exporten im Wert von 11,3 Milliarden im Jahr 2017, stellt die Branche mehr als jeden 100. Arbeitsplatz und 5,1% der gesamtschweizerischen Exporten (SMTI 2018). Auch diese Industrie investierte hohe Summen in innovative Projekte und bietet gerade in der Schweiz hochwertige Arbeitsplätze in Forschung, Entwicklung, Produktion und Verkauf. Es ist bemerkenswert, dass 42% der Produktion für den Gesundheitsbereich in der Schweiz industrieller Natur sind. Dieser Anteil der industriellen Gesundheitswirtschaft liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 18 Prozent (WifOR 2019). Die Wertschöpfung der Medizinaltechnik-Industrie ist beachtlich und auch diese stellt einen wesentlichen Wirtschaftsmotor als Auftraggeberin und Investorin dar, von welcher wiederum viele Start-ups profitieren können.

Es liegt auf der Hand, dass Wirtschaftakteure mit derart hoher Wertschöpfung über deren Mitarbeitende sowie die Firmen selber zahlreichen weiteren Personen Arbeit bieten und der öffentlichen Hand als verlässliche und wesentliche Steuerzahler eine unverzichtbare Stütze sind. Mit Blick auf die genannten Zahlen wird klar, dass die Medtech- und Pharmabranche ein grosser Innovator, Investor, Arbeitgeber sowie Steuer- und Abgabenzahler (AHV, Pensionskassen etc.) sind. Dies gilt es in der ganzen Diskussion, um die Gesundheitsversorgung und -kosten immer im Auge zu behalten. Volkswirtschaftlich gesehen, sind mindestens diese zwei Akteure ohne Zweifel ein Gewinn. Ganz abgesehen davon profitiert die Schweizer Volkswirtschaft nicht nur in diesem direkten Sinn von der Gesundheitsbranche, sondern auch indirekt über eine gehobene Volksgesundheit. Arzneimittel sowie Medizinprodukte spielen hierbei eine eminent wichtige Rolle. Man stelle sich eine beispielsweise eine Gesundheitsversorgung ohne Medikamente vor: Da würden bestens ausgebildete Medizinalfachpersonen sowie die modernste Spitalinfrastruktur nichts mehr nützen! Die Eindämmung von Infektionskrankheiten geht auf Impfungen und Antibiotika zurück. Auch tragen viele Medizinprodukte zum Erhalt unserer Lebensqualität bis ins hohe Alter bei: Man denke dabei bspw. nur an die künstlichen Hüftengelenke, welche tausenden von Menschen grösste Schmerzen ersparen. Neue Therapien führen dazu, dass die Patienten besser und schneller genesen. Betroffene können daher schneller wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Damit wird nicht nur die individuelle Krankheitslast reduziert, sondern auch die Kosten, die durch Krankheit ausserhalb des Gesundheitswesens verursacht werden. Die Senkung der indirekten Kosten und des Produktionsverlust kommen schliesslich der Schweizer Volkswirtschaft zu Gute und heben die Lebensqualität ungemein.

Notes:
SMTI. 2018. Die Schweizer Medizintechnikindustrie 2018: Branchenstudie. www.swiss-medtech.ch.
Interpharma. 2019. BAK Economics: Bedeutung der Pharmaindustrie für die Schweiz.
WifOR. 2019. Vortrag von Prof. Dr. Dennis Ostwald: The Economic Imperative for Acting on Healthy Aging in APEC at the APEC High-Level Meeting on Health & Economy on the 20th August 2019.


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