Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

Fünfte Offenlegung der geldwerten Leistungen der Pharmaindustrie

Rund 60 in der Schweiz tätige Pharmaunternehmen legen ihre Abgeltungen für Beratungs- und Dienstleistungen an die Leistungserbringer im Gesundheitswesen für das Jahr 2019 auf ihren Internetseiten offen.

25.08.2020

Für die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente und Therapien ist der Austausch zwischen Pharmaunternehmen und Ärzteschaft, Apothekern, Spitälern sowie Forschungsinstitutionen und Patientenorganisationen unverzichtbar. Denn nur im steten Erfahrungsaustausch können neue Therapien entwickelt und erprobt sowie bestehende verbessert werden. Daraus ergeben sich verschiedene Kooperationen zwischen der Industrie und diversen Leistungserbringern im Gesundheitswesen, wie Forschungszusammenarbeiten, Referententätigkeiten an Kongressen, Mitwirkung in Beratungsgremien und mehr. Die vielfältigen Tätigkeiten ziehen wiederum angemessene Vergütungen bei den Leistungserbringern nach sich.

61 Pharmaunternehmen sind Teil der Transparenzinitiative
Um diese Beziehungen für die Öffentlichkeit transparenter zu gestalten, hat scienceindustries, gestützt auf eine Initiative der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) und in Abstimmung mit weiteren Schweizer Pharmaverbänden 2013 den Pharma-Kooperations-Kodex (PKK) verabschiedet. Gemessen am Umsatz decken die 61 Pharmaunternehmen schätzungsweise rund 85% des gesamten Schweizer Markts für verschreibungspflichtige Medikamente ab.

Der PKK schreibt vor, dass Pharmaunternehmen ihre Zusammenarbeit mit Fachpersonen und Gesundheitsorganisationen vertraglich regeln müssen. Die Abgeltung solcher Dienstleistungen haben Pharmaunternehmen jeweils jährlich für das Vorjahr bis zum 30. Juni auf ihren Internetseiten offenzulegen. So werden ihre Abgeltungen, die sie an Fachpersonen und -organisationen für deren Dienstleistungen im Zusammenhang mit verschreibungspflichtigen Medikamenten entrichtet haben, transparent und interessierte Kreise erhalten die Möglichkeit, sich über diese Beziehungen ein Bild zu verschaffen.

Kooperationszuwendungen von rund CHF 186 Millionen
Die Unterzeichnerfirmen des PKK haben im Zusammenhang mit den im Jahr 2019 erbrachten Kooperationszuwendungen folgende Summen offengelegt: CHF 11.5 Millionen an Fachpersonen, CHF 105.3 Millionen an Organisationen, CHF 69.1 Millionen für Forschung & Entwicklung.

Der unter individueller Nennung der Empfänger offengelegte Anteil der Zuwendungen hat sich weiter positiv entwickelt. Im Durchschnitt resultierte bei den Fachpersonen eine Einwilligungsrate von 84.5% (im Median gar 91%). Damit ist anzuerkennen, dass die Hälfte der PKK-Unterzeichnerfirmen hier durchschnittliche Consent Rates von 91% oder höher vorweist. Die Einwilligungsrate bei den Fachorganisationen nahm im Durchschnitt auf sehr hohem Niveau leider leicht ab und beträgt 92.3%. Der Median kam indes bei 100% zu liegen, womit mindestens die Hälfte der PKK-Unterzeichnerfirmen hier eine Einwilligungsrate von 100% ausweist.

Die grosse Mehrheit der Firmen hat ihre individuellen Offenlegungsraten auf hohem Niveau gehalten oder konnte diese klar verbessern. Dies ist angesichts der damit verbundenen Aufwendungen erfreulich. Die durchschnittliche Entwicklung vermag dieses Bild nicht ganz wieder zu geben, was hingegen die deutlich höheren Medianwerte zeigen. Nur wenige Firmen haben enttäuschende Resultate erzielt.

Mit der Initiative soll das Vertrauen in die Gesundheitsversorgung und in die Forschung weiter gestärkt werden. Für die Aufsicht über den PKK in der Schweiz ist das Kodex-Sekretariat bei scienceindustries, dem Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences, zuständig.

Mehr Informationen: https://www.scienceindustries.ch/pkk
 

Medienmitteilung zum Download (PDF)

Weitere Auskünfte:

Jürg Granwehr
Bereichsleiter Pharma
Tel: +41 44 368 17 28
E-Mail: juerg.granwehr@scienceindustries.ch
 

 

 

 


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