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Extreme Pflanzenschutz-Initiativen klar abgelehnt

Extreme Pflanzenschutz-Initiativen klar abgelehnt

Bundesrat und Parlament lehnen die beiden Pflanzenschutz-Initiativen ab. Nach dem Nationalrat hat in der Herbstsession auch der Ständerat sowohl die Trinkwasser-Initiative als auch die Pestizidverbots-Initiative klar abgelehnt. Die Volksabstimmung über die Initiativen findet im kommenden Jahr statt.

25.09.2020

Die Sicherheit beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist gewährleistet, es genügt die konsequente Umsetzung der bestehenden Gesetze, Strategien und Aktionspläne (wie z.B. des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel). Dies anerkennen Bundesrat und Parlament mit ihrer eindeutigen Ablehnung beider extremen Initiativen.

Trinkwasser-Initiative verteuert die regionale Produktion

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern Direktzahlungen erhalten, die auf Pestizide – also Pflanzenschutzmittel und Biozide, wie zum Beispiel Desinfektionsmittel – ,vorbeugend verabreichte Antibiotika und zugekauftes Futter verzichten. Tatsache ist jedoch: Ohne Pflanzenschutz sinkt die regionale Produktion von Lebensmitteln massiv, ohne Biozide nimmt die Hygiene ab. Wie eine Studie von Agroscope ergab, schadet die Trinkwasser-Initiative zudem unter dem Strich der Umwelt, verursacht durch steigende Nahrungsmittelimporte.

Das Trinkwasser in der Schweiz ist bereits heute von hochwertiger Qualität. So unterliegen die Pflanzenschutzmittel sehr strengen Grenzwerten, die vom Bundesamt für Umwelt vorgegeben werden. Diese Zielvorgaben sind äusserst streng und liegen weit unterhalb der Grenzwerte, die für den Menschen oder die Umwelt schädlich sind.

Pestizidverbots-Initiative senkt die regionale Produktion

Die Pestizidverbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pestizide – also Pflanzenschutzmittel und Biozide – in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pestiziden hergestellt wurden oder die solche enthalten. Der Einkaufstourismus und der Futtermittelimport sind hingegen weiterhin zugelassen. Unsere Industrien sind erleichtert, dass das Parlament anerkennt, dass die Pestizidverbots-Initiative die regionale Produktion von Lebensmitteln und die Lebensmittelsicherheit massiv senken würde.

Beide Initiativen betreffen auch die Biolandwirtschaft. Denn auch Biobetriebe setzen Pestizide mit synthetischen Komponenten zum Schutz ihrer Erträge ein. Auch Mittel, die als «natürlich» empfunden werden, wie das im Biolandbau gegen Pilzbefall verwendete Kupfer, können für Mensch und Umwelt sehr schädlich sein – insbesondere, weil sich Schwermetalle im Boden nicht abbauen.

Innovative Pflanzenschutzmittel sind sicherer und umweltfreundlicher

Neue Produkte sind in der Regel sicherer, effektiver und umweltfreundlicher. Dazu braucht es innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für die hierzulande forschenden und produzierenden Unternehmen. Die Initiativen würden dem Forschungsplatz Schweiz erheblich schaden, indem sie die Weiterentwicklung gezielter und umweltfreundlicher Pflanzenschutzmittel abbremsen.


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