Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

Paul Bulcke, Nestlé, zur UVI: "Der Weg ist völlig falsch"

Paul Bulcke, Präsident des Verwaltungsrats von Nestlé, spricht im Gastkommentar der CH Media zur Unternehmens-Verantwortungs-Initiative.

27.10.2020

Nestlé ist als weltweit tätiges Unternehmen direkt von der Unternehmens-Verantwortungs-Initiative (UVI) betroffen. Paul Bulcke, Präsident des Verwaltungsrats von Nestlé, spricht im Gastkommentar der CH Media zur UVI. Für Nestlé ist die Achtung der Menschenrechte sowie der Schutz der Umwelt höchste Pflicht. Unternehmen können langfristig nur erfolgreich sein, wenn sie zum Gedeihen und zur Stabilität der Gesellschaft und zu einer gesunden Umwelt beitragen.

Die UVI reduziert die unternehmerische Verantwortung indes auf juristische Fragen und enthält einen eminenten Denkfehler: Sie macht Schweizer Firmen für das Verhalten ihrer Geschäftspartner haftbar – selbst dann, wenn sie kein Verschulden trifft. Im Falle einer Klage gilt ein Unternehmen sogar als schuldig, bis es das Gegenteil bewiesen hat. Damit schafft die Initiative grosse Unsicherheit. Firmen werden sich Investitionen in Risiko-Ländern zweimal überlegen und bisweilen darauf verzichten. Die Leidtragenden wären dann jene Menschen, die dank Investitionen von Schweizer Firmen in den letzten Jahren ihre Lebensbedingungen verbessern konnten.

Die rechtliche Unsicherheit widerspricht der Zielsetzung, offen und transparent tätig zu sein: Nicht nur Nestlé müsste eine massive Bürokratie aufbauen, um im Klage-Fall auf der sicheren Seite zu stehen. Mit mehr juristischer Administration in der Schweiz wird sich die gesellschaftliche Situation für die Menschen in den Schwellenländern aber nicht verbessern.

Lesen Sie mehr im Beitrag der CH Media.

Bild: Nestlé S.A.

 


Close

Newsletter subscription

Quarterly Newsletter
Standpoints

 
 

Foreign trade statistics chemistry pharma life science

Further analyzes

Export Chemicals Pharma Life Sciences Switzerland by region

Further analyzes