Das Industrieporträt Chemie Pharma Life Sciences finden Sie in Grafiken
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Einleitung

Geleitwort: Innovationsfähigkeit als Schlüssel zum Erfolg

  • für die chemische-pharmazeutische Industrie

Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist seit über 150 Jahren in der Schweiz vertreten. Die Enge des schweizerischen Binnenmarktes und der Mangel an chemischen Rohstoffen hat die chemisch-pharmazeutische Industrie schon bald bewogen, ihre Tätigkeiten auf die Herstellung und den weltweiten Verkauf spezialisierter Chemikalien mit hoher Wertschöpfung auszurichten. Trotz allem Wandel im Zeitenlauf ist diese Grundausrichtung nach wie vor der eigentliche Schlüssel zum Erfolg der schweizerischen chemisch-pharmazeutischen Industrie, die sich heute schwergewichtig auf die Herstellung und Vermarktung von 'life science'-Produkten sowie hochwertigen Spezialitätenchemikalien fokussiert.

Wirtschaftlicher Erfolg ist nie für alle Zeiten gesichert. Die Industrie hat sich immer wieder den Herausforderungen der Zeit stellen müssen. Gegenwärtig erlebt die chemisch-pharmazeutische Industrie einen gewaltigen Umbruch in der Weltwirtschaft. Die Öffnung vieler osteuropäischer und südostasiatischer Märkte sowie die unaufhaltsame technologische Revolution in der Bio-, Gen- und Nanotechnik, in der Informatik und in der Telekommunikation schaffen ein neues weltwirtschaftliches Umfeld.

Diesen veränderten Gegebenheiten müssen sich auch die schweizerischen Unternehmen anpassen. Bestehende Produktions-Standorte werden weltweit unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsvorteile überprüft. Unternehmerische Neuausrichtungen und Umgruppierungen sind unumgänglich, um im verschärften internationalen Wettbewerb erfolgreich zu bestehen. Die Stärken der schweizerischen chemisch-pharmazeutischen Industrie lagen von jeher in der Innovation und im raschen Reagieren auf Veränderungen in ihrem in- und ausländischen Umfeld.

Eine rein defensive Unternehmensstrategie, die ausschliesslich auf mehr Effizienz, auf Rationalisierung und Kostensenkungen setzt, würde zu kurz greifen. Sie muss in der chemisch-pharmazeutischen Industrie durch ein starkes Innovationselement zur Doppelstrategie 'Kosten senken - Innovationsfähigkeit steigern' ergänzt und ausgebaut werden. Innovationsfähigkeit ist und bleibt die wichtigste Voraussetzung für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg. Innovationen sind heute aber nicht nur bei Produkten und Herstellverfahren nötig, sondern auch bei den administrativen Abläufen und Organisationsstrukturen. Ideen müssen heute besser, schneller und kostengünstiger in marktreife Produkte und Leistungen umgesetzt werden. Damit sind Innovationen nicht mehr nur vom wissenschaftlichen Niveau einzelner Spitzenforscher abhängig, sondern werden immer mehr von der Qualifikation der gesamten Belegschaft bestimmt.

Ein wichtiger Aspekt moderner Unternehmensführung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist der Trend zur Bildung äusserst wettbewerbsfähiger, auf ihre Kernkompetenzen ausgerichteter Unternehmen, die alle Elemente der gesamten Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Endprodukt kontrollieren, ohne sie zu besitzen. Durch die Koordination der Zusammenarbeit vieler eigenständiger Firmen entstehen eigentliche virtuelle Grossunternehmen. Jedes Glied in der Wertschöpfungskette konzentriert sich in diesem Firmennetzwerk auf seine spezifischen Stärken und pflegt diese. Die Arbeitsteilung vertieft sich entlang den komparativen Vorteilen der einzelnen Firmen. Während sich die hochspezialisierten Chemie- und Pharmafirmen auf die innovativen und koordinativen Tätigkeiten beschränken und personalmässig schrumpfen, wächst durch das Outsourcing ihre Peripherie von Geschäftspartnern, Lieferanten, Händlern, Laboratorien usw. Die sich bietenden Nischen lassen eine ganze Reihe kleinerer und mittlerer Unternehmen im In- und Ausland ihr Auskommen als spezialisierte Zulieferer und Dienstleister finden.

 

  • für die Schweiz

Das weltwirtschaftliche Umfeld stellt aber auch für die Staaten eine grosse Herausforderung dar. In einer Welt, in der alle Produktionsfaktoren mit Ausnahme der Arbeit mobil geworden sind, gilt es für die Schweiz, international herausragende Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen, wenn Wohlstand und Wohlfahrt der Bürgerinnen und Bürger gesichert werden sollen. Auch für die Staaten ist die Doppelstrategie 'Kosten senken - Innovationsfähigkeit fördern' massgebend. scienceindustries begrüsst ausdrücklich die Bemühungen zur marktwirtschaftlichen Erneuerung der schweizerischen Wirtschaft. Sie erhofft sich von dieser Revitalisierung eine Belebung des Wettbewerbs und einen günstigen Einfluss auf das im internationalen Vergleich überhöhte Preis- und Kostenniveau in der Schweiz.

Gleichzeitig ist in der Schweiz die Innovationsfähigkeit der Unternehmen durch geeignete staatliche Rahmenbedingungen zu stärken. Der Staat darf insbesondere das Vordringen in neue Wissensgebiete und Technologien und deren industrielle Nutzung in der Schweiz nicht verzögern oder gar verunmöglichen. Vielmehr muss er zu einem Klima der Offenheit für das Neue beitragen. Eine zentrale Rolle für die Zukunft der chemisch-pharmazeutischen Industrie kommt der Biotechnologie zu. Sie ist eine moderne Schlüsseltechnologie, die in allen Wissenschaftsgebieten der chemisch-pharmazeutschen Industrie von der Forschung bis zur Produktion unverzichtbar ist. Für die Anwendung dieser Technik in der Schweiz benötigt die Industrie verlässliche rechtliche Leitplanken. Wissenschaft und Industrie müssen sich noch verstärkt anstrengen, um die Bevölkerung vom Nutzen der Gentechnik im täglichen Leben zu überzeugen. Misstrauen lässt sich nur durch offene Information abbauen, Akzeptanz nur durch Ehrlichkeit gewinnen.

Schliesslich muss eine moderne Schweiz auch ihre institutionellen Beziehungen zur Weltwirtschaft bzw. zu ihren wichtigsten Handelspartnern auf eine Basis stellen, die den wirtschaftlichen Herausforderungen gerecht wird. Dazu gehört in erster Linie das Engagement der Schweiz, tatkräftig zur Vertiefung und Stärkung des multilateralen Handelssystems der Welthandelsorganisation WTO beizutragen. Dazu gehört aber auch eine der Zeit angepasste Regelung der Beziehungen zur Europäischen Union.

 

 

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