Erstellt am 15.06.2018

«Trinkwasser-Initiative»: Unsachlich und schädlich

Der Bundesrat schlägt vor, die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» abzulehnen und auf einen Gegenvorschlag zu verzichten. Beides begrüsst die Agrarindustrie. Neue Massnahmen wird die Industrie prüfen und ihr Forschungs- und Praxis-Knowhow im Prozess einbringen.

Die Urheber der «Trinkwasser-Initiative» verlangen, dass nur noch Landwirte staatlich unterstützt werden, welche keine Futter zukaufen und weder Pflanzenschutzmittel noch vorbeugend Antibiotika einsetzen. Diese Forderung ist unsachlich und ignoriert die Bedürfnisse der Landwirte wie der gesamten Bevölkerung, denn:

  • Ohne Futtermittelzukauf wäre die Produktion von Schweizer Eiern, Geflügel- und Schweinefleisch kaum mehr möglich. Diese Lebensmittel kämen in der Folge vermehrt aus dem Ausland. Zum Teil aus Ländern, in denen das Tierwohlniveau deutlich tiefer ist als bei uns. Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie, z.B. Getreidekleie aus der Müllereibranche, könnten nicht mehr als Futtermittel verwertet werden und würden in Biogasanlagen oder in der Verbrennung landen. Ein ökologischer und ökonomischer Unsinn!

  • Antibiotika sind als Wachstumsförderer in der Schweiz bereits seit 1999 verboten. Ferner ist in der Schweiz seit April 2016 gesetzlich vorgeschrieben, dass Antibiotika nicht mehr prophylaktisch verschrieben werden dürfen. Das zeigt: In der Schweiz gelten in Bezug auf den Einsatz von Antibiotika also bereits heute sinnvolle und sachgerechte Regeln.
  • Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehen von einem Ertragsrückgang von bis 40 Prozent aus, wenn kein Pflanzenschutz betrieben wird. Bei Spezialkulturen wie Reben und Obst oder bei Kartoffeln und Gemüse müsste mit Totalausfällen gerechnet werden. Die fehlenden Mengen an landwirtschaftlichen Produkten müssten mit zusätzlichen Importen ausgeglichen werden. Mit der Verlagerung der Produktion ins Ausland stiegen Risiko und Abhängigkeit und der umweltbelastende internationale Transport von Nahrungsmitteln würde gefördert.

Was unternimmt die Industrie heute, um Einträge von Pflanzenschutzmitteln in Gewässern zu reduzieren?

Der Schutz des Menschen sowie der Umwelt hat aus Eigeninteresse in der Industrie absolute Priorität. Durch Forschungsinvestitionen fördern die Unternehmen die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe mit immer höherer Wirksamkeit und besserer Umweltverträglichkeit. Ferner unterstützt die Industriegruppe Agrar in der Schweiz zahlreiche Projekte, Öffentlichkeits- und Weiterbildungsaktivitäten, die alle zum Ziel haben, gute Praxis zum Schutz der Gewässer auf Betriebsebene umzusetzen.

Moderner Pflanzenschutz: unverzichtbar - und sicher!

Pflanzenschutzmittel gehören zu den am besten erforschten und geprüften Chemikalien. Sie sichern die Erträge und die Qualität des Ernteguts. Davon profitieren auch die Konsumenten: die Äpfel haben keine Würmer und keinen Schorf, im Salat verstecken sich keine Schnecken, die Kartoffeln faulen nicht innerhalb von wenigen Tagen an. Gleichzeitig können potenziell gefährliche Kontaminationen, wie zum Beispiel durch Mykotoxinen (Pilzgifte) oder das Miternten giftiger Unkräuter verhindert werden.

Weitere Informationen: agrar-industrie.ch

Medienmitteilung zum Download (PDF): Deutsch / Französisch

Auskünfte:
Marcel Sennhauser, Leiter Kommunikation                                                 
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