Erstellt am 04.02.2019

Weniger Pflanzenschutzmittel in der konventionellen Landwirtschaft – aber mehr Bio-Mittel

Weniger Pflanzenschutzmittel in der konventionellen Landwirtschaft aber mehr Bio-Mittel

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat die Verkaufsstatistik von Pflanzenschutzmitteln für den Zeitraum von 2008 bis 2017 veröffentlicht. Die Menge an Pflanzenschutzmittel, die ausschliesslich in der konventionellen Landwirt-schaft angewendet werden dürfen, ist rückläufig. Ein besonders deutlicher Rückgang verzeichnen Herbizide. Auffal-lend: Über 41% der rund 2'000 Tonnen in der Schweiz verkauften Pflanzenschutzmittel sind Bio-Mittel.

Die seitens der Pflanzenschutzindustrie gewünschte Analyse der Pflanzenschutzmittelverkäufe in der Schweiz, welche vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) nun erstmals veröffentlicht wurde, zeigt: Der Anteil für den Biolandbau zugelassener Pflanzenschutzmittel steigt stark an, die konventionellen Wirkstoffe hingegen kommen weniger und sparsamer zum Einsatz.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Weniger, sparsamer und gezielter

Die Gesamtverkaufsmenge von Pflanzenschutzmitteln war 2017 erneut rückläufig. Ein besonders deutlicher Rückgang verzeichneten Herbizide. Zwischen 2008 und 2017 sanken die vermarkteten Mengen um 250 Tonnen, was einem Rückgang um 29% entspricht. Beim Verkauf von Wirkstoffen für die biologische Landwirtschaft konnte hingegen eine deutliche Zunahme verzeichnet werden: Im Jahr 2017 waren 41% (840 Tonnen) der im Schweizer Markt verkauften Pflanzenschutzmittel für den biologischen Landbau zugelassene Wirkstoffe. Vor etwa zehn Jahren waren es lediglich 27% Prozent (600 Tonnen). Dies entspricht einer Zunahme um 40%. Diese Entwicklung überrascht nicht: Im Laufe der letzten zehn Jahre wurde in der Schweiz auch deutlich mehr Landwirtschaftsflächen für den Biolandbau genutzt (+33%). Die von den Biobauern eingesetzten Pflanzenschutzmitteln sind jedoch nicht grundsätzlich unbedenklicher, als die Mittel, welche von konventionellen Bauern eingesetzt werden. So ist beispielsweise ein Grossteil der Kupferpräparate, die häufig im Biolandbau zum Schutz von Obst, Wein und Kartoffeln eingesetzt werden, als gesundheitsschädigend und umweltgefährdend eingestuft.

Die Anstrengungen von Industrie und Landwirtschaft zeigen Wirkung

Industrie und Landwirtschaft arbeiten seit Jahren zusammen, um neue Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe mit immer höherer Wirksamkeit und besserer Umweltverträglichkeit zu entwickeln. Die nun vom BLW veröffentlichten Zahlen zeigen: Vor allem konventionelle Landwirte konnten das Risiko für Mensch und Umwelt mindern. Daher sind Regulierungen, die ausschliesslich auf politischen Druck hin und ohne sachgerechte Grundlage erfolgen, abzulehnen. So auch Massnahmen, wie sie etwa die «Trinkwasser-Initiative» oder die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» fordern. Diese sind unsachlich und schädlich. Sie hätten gravierende Konsequenzen für die Lebensmittelproduktion in der Schweiz. Beide Initiativen rücken das Ziel, qualitativ hochwertige und regionale Lebensmittel in der Schweiz zu produzieren, in weite Ferne.

Schweiz soll Innovationsspitze bleiben

Nachhaltige Risikoreduktion wird durch die Innovationskraft der Industrie, die zu stetigen Verbesserungen der Pflanzenschutzmittel führt, erreicht. Durch Forschung soll die Schweiz auch hier Spitzenreiter bleiben. Zudem erhöhen Öffentlichkeits- und Weiterbildungsaktivitäten sowie Beratungen für die fachgerechte Anwendung der Pflanzenschutzmittel den Schutz der Menschen und der Umwelt.                                                         

Weitere Informationen: agrar-industrie.ch

Medienmitteilung zum Download (PDF): Deutsch / Französisch

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