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Positionspapier zur Tier- und Menschenversuchsinitiative

scienceindustries lehnt die Tier- und Menschenversuchsverbotsinitiative entschieden ab.

25.02.2021

Die Grundlagenforschung braucht Tiermodelle

Die heutige Grundlagenforschung ist trotz modernster Technologien auf Tiermodelle angewiesen. Tiermodelle erlauben es komplexe Mechanismen, welche im menschlichen Körper ablaufen, nachzuvollziehen und Krankheiten besser zu verstehen. Dies geschieht immer mit dem Hintergedanken Krankheiten eines Tages heilen zu können oder sie erst gar nicht ausbrechen zu lassen. Eine fortschrittliche Medizin erlaubt es uns ein immer längeres und gesünderes Leben zu führen. Tiermodelle werden beispielsweise in der Krebsforschung eingesetzt, um die Entwicklung von Tumoren zu erforschen und tragen dazu bei, dass wir heute ein viel breiteres Wissen und dadurch Therapiemöglichkeiten haben. Auch die Erforschung Menschen ist unabdingbar wie uns die Covid-19 Pandemie deutlich aufzeigt. Weder die Krankheit noch die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen kennen nationale Grenzen und für deren Entwicklung bleiben Tierversuche und klinische Studien in der Schweiz und in anderen Ländern noch auf längere Zeit unabdingbar.

Den Forschungsstandort Schweiz nicht schaden

Forschung und Innovation sind für ein ressourcenarmes Land wie die Schweiz ein zentraler Pfeiler des Erfolgs und Wohlstandes. Dank der Exzellenz der hiesigen Forschung, sowohl auf Seiten der Akademie als auch der Industrie, ist die Schweiz heute einer der führenden Forschungs- und Innovationsstandorte der Welt. Bei Annahme der Initiative wäre diese Position mehr als gefährdet, mit allen negativen Konsequenzen für Mensch und Tier. Das Humanforschungs- und Tierschutzgesetz sind in der Schweiz schon sehr streng, sodass weder auf Verfassungs- noch auf Gesetzesstufe eine grundlegende Veränderung angezeigt ist.

Die forschende Pharmazeutische Industrie setzt sich seit 30 Jahren für die Anwendung der 3R-Prinzipien ein

Tierversuche werden nur durchgeführt, wo sie aus wissenschaftlichen, ethischen und regulatorischen Gründen unerlässlich und nicht durch Alternativen ersetzbar sind. Die forschende Pharmaindustrie ist dabei bestrebt, Tierversuche zu minimieren und ihre hohen Standards laufend weiterzuentwickeln. Im Zentrum stehen hierbei die 3R-Prinzipien: Refine, Reduce, Replace. Die pharmazeutische Industrie, Forschende, Versuchstierfachleute, der Bund, der Tierschutz und die Politik setzen sich seit 30 Jahren für die Anwendung der 3R-Prinzipien ein. Damit ist es gelungen, die Anzahl Tierversuche um 70% von 2 Millionen auf 600‘000 Tiere zu senken und zusätzlich die Belastung der Tiere zu reduzieren. Im Wissen, dass es für viele Tierversuche noch keine Alternativen gibt bzw. ein Ersatz nicht für alle Tierversuche möglich ist, ist es der falsche Zeitpunkt, einen von Minderheiten geforderten Ausstiegsplan festzulegen und so die Zukunft der Forschung in der Schweiz in lebenswichtigen Bereichen zu gefährden. Vielmehr gilt es die 3R-Prinzipien weiter zu fördern.

Schweizer Patientinnen und Patienten medizinischen Fortschritt nicht vorenthalten

Bei Annahme der Initiative würde auch das Importverbot für sämtliche an Menschen oder Tieren getesteten Produkte greifen. Dadurch würde die Schweiz von jeglichem medizinischen Fortschritt und den Life Sciences abgeschottet. Damit gefährdet die Initiative die Gesundheit der Menschen und Tiere in unserem Land und stellt sie massiv schlechter gegenüber ausländischen Patientinnen und Patienten. Mittelfristig dürfte es in der Schweiz zu Versorgungsengpässen in vielen Lebensbereichen – nicht nur im medizinischen Bereich – kommen.


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