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Point «Aktuelle Biotechnologie» September 2021 (Nr. 231)

Genom-Editierung: Bevölkerung schert nicht alle Züchtungsverfahren über einen Kamm, Genchirurgie zur Korrektur von Muskelschwund-Defekt, Chemikalien aus Treibhausgas durch umgekehrten Stoffwechsel in Bakterien, Gentech-Mais schadet Wasserflöhen nicht.

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29.09.2021

Genom-Editierung: Bevölkerung schert Züchtungsverfahren nicht über einen Kamm

Sollen innovative Züchtungsverfahren wie die Genomeditierung verboten werden? Pflanzenzüchter versprechen sich davon die schnelle und einfache Entwicklung von Pflanzen mit verbesserten Eigenschaften, wie Schädlings- und Krankheitsresistenz. Bundesrat und Nationalrat wollen aber nicht nur das Gentechnik-Moratorium verlängern, sondern es auch gleich auf alle neuen Züchtungsverfahren ausweiten. Eine aktuelle GFS-Umfrage im Auftrag von Swiss-Food.ch zeigt nun deutlich, dass die Bevölkerung neue Züchtungsverfahren differenziert beurteilt. Die Entwicklung resistenter Sorten, durch deren Einsatz auch Pflanzenschutzmittel eingespart werden könnten, wird von einer deutlichen Mehrheit unterstützt. Entsprechend möchte nur eine Minderheit, dass die Genomeditierung pauschal verboten wird. Die aktuelle Richtung von Bundes- und Nationalrat weicht von den Anliegen der Bevölkerung ab. (mehr…)

Therapie-Entwicklung: Genchirurgie zur Korrektur von Muskelschwund-Defekt

Am 7. September war der internationale Tag des Bewusstseins für den Duchenne-Muskelschwund. Das ist eine der häufigsten, lebensbedrohenden Erbkrankheiten. Schon seit Jahrzehnten arbeiten Forschende an Möglichkeiten, die Gendefekte als Ursache der Krankheit zu korrigieren. Das Hauptproblem dabei ist die ungewöhnliche Länge des betroffenen Gens. Daher sind herkömmliche Methoden bisher gescheitert. Die Genschere CRISR/Cas9 ermöglicht nun, das defekte Gen a Ort und Stelle in Muskelzellen des Körpers an präzise definierten Stellen zu schneiden. Dadurch kann ein gleichzeitig übertragener Genabschnitt als Ersatzteil an dieser Stelle eingebaut werden, und den Defekt reparieren. US-Forschende zeigten in Tierversuchen, dass so das Riesengen wieder zum Funktionieren gebracht werden kann. Das eröffnet Ansätze, die eines Tages auch zu einer Therapie oder gar Heilung bei Menschen führen können.  (mehr…)

Klimaschutz: Chemikalien aus Treibhausgas durch umgekehrten Stoffwechsel in Bakterien

Ehrgeizige Klimaziele brauchen viele innovative Ansätze. Dazu reicht es nicht, nur den Ausstoss von Treibhausgasen aus der Verbrennung von Öl und Kohle zu reduzieren. Zusätzlich müssen Treibhausgase auch eingefangen und daran gehindert werden, in die Atmosphäre zu gelangen. Wissenschaftler beschreiben nun einen Ansatz, wie mit Hilfe genetisch veränderter Bakterien und spezieller Wachstumsbedingungen Kohlendioxyd und Wasserstoff zusammengefügt werden können und zur Synthese der Industriechemikalie Ameisensäure verwendet werden können. Dazu mussten die Forschenden einen natürlichen Stoffwechselweg in denBakterien mit verschiedenen Tricks umdrehen. So können zwei Ziele auf einen Streich erreicht werden: Treibhausgas kann nachhaltig der Atmosphäre entzogen werden, und zugleich wird ein nützlicher Rohstoff für die Kreislaufwirtschaft produziert. (mehr…)

Sicherheitsforschung: Gentech-Mais schadet Wasserflöhen nicht

Weltweit bauen viele Landwirte schädlingsresistente Maissorten an. Diese tragen zusätzliche Gene, die vor Insektenfrass schützen. Können diese Sorten nachteilige Umweltauswirkungen haben, und zum Beispiel andere Lebewesen beeinträchtigen? Forschende von Agroscope haben Maissorten unter die Lupe genommen, die gleich sechs verschiedene Gene gegen Insekten tragen. Sie verglichen ihre Auswirkungen auf Wasserflöhe mit denen von herkömmlichen Maissorten. Das Resultat: es wurden keine schädlichen Wirkungen im Zusammenhang mit den Insektenresistenz-Genen in den Maispflanzen beobachtet. Unabhängig davon, ob die Pflanzen insektenresistent waren oder nicht, zeigten sich aber Unterschiede in der Futterqualität. Bei Untersuchungen zur Biosicherheit von Pflanzen muss daher auch die grosse natürliche Schwankungsbreite der Zusammensetzung des Pflanzenmaterials zwischen verschiedenen Sorten berücksichtigt werden.   (mehr…)

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Text und Redaktion: Jan Lucht, Leiter Biotechnologie (jan.lucht@scienceindustries.ch)


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