Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences
Offenlegungspflicht seit 2016

Offenlegungspflicht seit 2016

22.09.2020

Transparenz ist die Voraussetzung zur Vertrauensbildung gegenüber der Öffentlichkeit sowie den Patientinnen und Patienten. Deshalb legt die pharmazeutische Industrie Europas die geldwerten Zuwendungen zwischen der Pharmaindustrie und den Akteuren im Gesundheitswesen offen.

Worum geht es?

  • Wozu haben sich die Unterzeichnerfirmen des PKK verpflichtet?

  • Welche Leistungen werden offengelegt?

  • Nur wenige geldwerte Leistungen sind von der Offenlegungspflicht ausgenommen.

  • Wie erfolgt die Offenlegung?

 

Am 24. Juni 2013 verabschiedete die European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) ihren neuen Offenlegungskodex (EFPIA Disclosure Code). Gestützt darauf erarbeitete scienceindustries als zuständiger Mitgliedverband von EFPIA in der Schweiz den Pharma-Kooperations-Kodex (PKK), der per Januar 2014 in Kraft getreten ist. Die Partnerverbände Intergenerika, Interpharma und vips haben dem PKK ebenso zugestimmt.

Wozu haben sich die Unterzeichnerfirmen des PKK verpflichtet?
Seit 2016 legen die Unterzeichnerfirmen auf ihren Webseiten alljährlich und öffentlich zugänglich die geldwerten Leistungen offen, welche sie im Vorjahr Fachpersonen (v.a. Ärzten und Apothekern) sowie  Gesundheitsversorgungs-Organisationen (v.a. Spitälern und Forschungsinstituten) gewährt haben.

Welche Leistungen werden offengelegt?
Geldwerte Leistungen im Sinne des PKK sind direkt oder indirekt gewährte Abgeltungen im Zusammenhang mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln der Humanmedizin. Offengelegt werden Abgeltungen u.a. für Beratungs- und Dienstleistungen, finanzielle Unterstützungen von Forschung und Entwicklung im Gesundheitsbereich sowie Kostenbeiträge für die Teilnahme von Fachpersonen an Veranstaltungen.

Nur wenige geldwerte Leistungen sind von der Offenlegungspflicht ausgenommen, wie:
• handelsübliche Abgeltungen für Fachpersonen bei der Bestellung und Lieferung von Arzneimitteln
• unentgeltliche Abgabe von Arzneimittelmustern an Fachpersonen im Rahmen behördlicher Empfehlungen
• Informations- und Ausbildungsmaterialien von bescheidenem Wert
• Bezahlung von Mahlzeiten (inkl. Getränke)

Wie erfolgt die Offenlegung?
Um eine weitgehende Transparenz zu erreichen, soll die Offenlegung individuell – d.h. unter persönlicher Nennung der Empfänger – erfolgen. Dies bedingt die Einwilligung der betroffenen Personen oder Organisationen in die Offenlegung. Dazu müssen die Zusammenarbeitsverträge zwischen den Firmen und diesen Fachpersonen und -organisationen mit entsprechenden Einwilligungsklauseln ergänzt werden. Aus diesem Grund stehen die Firmen aktuell im Kontakt mit diesen Akteuren.

Offenlegung im Jahr 2020

Die Unterzeichnerfirmen des PKK haben im Zusammenhang mit den im Jahr 2019 erbrachten Kooperationszuwendungen folgende Summen offengelegt:

  • CHF 11.5 Millionen an Fachpersonen
  • CHF 105.3 Millionen an Organisationen
  • CHF 69.1 Millionen für Forschung & Entwicklung
  • Total rund CHF 185.9 Millionen

Hier finden Sie die Kennzahlen der Offenlegung in der Schweiz aufgeschlüsselt über die einzelnen Unterzeichnerfirmen des PKK der letzten drei Jahre:

Der unter individueller Nennung der Empfänger offengelegte Anteil der Zuwendungen hat sich weiter positiv entwickelt. Im Durchschnitt resultierte bei den Fachpersonen eine Einwilligungsrate von 84.5% (im Median gar 91%). Damit ist anzuerkennen, dass die Hälfte der PKK-Unterzeichnerfirmen hier durchschnittliche Consent Rates von 91% oder höher vorweist. Die Einwilligungsrate bei den Fachorganisationen nahm im Durchschnitt auf sehr hohem Niveau leider leicht ab und beträgt 92.3%. Der Median kam indes bei 100% zu liegen, womit mindestens die Hälfte der PKK-Unterzeichnerfirmen hier Einwilligungsraten von 100% ausweist. Diese Durchschnittswerte wurden auf der Grundlage der individuell offengelegten Anzahl Empfänger im Verhältnis zu sämtlichen Empfängern ermittelt. Werden die Einwilligungsraten auf die offengelegten Summen bezogen, dann fallen diese wie im Vorjahr im Schnitt etwas tiefer aus.


Folgende Unternehmen haben Einwilligungsraten bezogen auf die Fachpersonen von weniger als 80% erreicht:

- Almirall
- Amgen
- Boehringer Ingelheim (Schweiz)
- Daiichi-Sankyo
- Eli Lilly (Suisse)
- Grünenthal
- HRA-Pharma
- Ipsen (Future Health Pharma)
- Janssen-Cilag
- Norgine

- Otsuka Pharmaceuticals (Switzerland)
- Sanofi-Aventis

 

Festzuhalten ist, dass die grosse Mehrheit der Firmen ihre individuellen Offenlegungsraten auf hohem Niveau gehalten hat oder klar verbessern konnte, was angesichts der damit verbundenen Aufwendungen erfreulich ist. Die durchschnittliche Entwicklung vermag dieses Bild nicht ganz wieder zu geben, was hingegen die deutlich höheren Medianwerte zeigen. Wenige Firmen haben enttäuschende Resultate erzielt. Das Kodex-Sekretariat fordert diese Unternehmen auf, ihre Einwilligungsraten zu verbessern, um die seit Anbeginn positive Entwicklung der Transparenzinitiative weiter zu stärken.

 

Weiterführende Informationen zum Thema:

Dokumente zum Download (PDF):


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