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Point «Aktuelle Biotechnologie» Mai 2021 (Nr. 227)

Lichtsensor aus Algen lässt Blinden Gegenstände erkennen; "veganer" COVID-19 Impfstoff; EU will innovationsfreundlichen Rahmen für neue genomische Verfahren; genomeditierte Bakterien für höhere Erträge und Klimaschutz; Pflanzen entgiften Böden; Tagung Dialog Grün (2.6.2021) (Anmeldung Newsletter)

31.05.2021

Medizin: Gentherapie lässt Blinden wieder die Umgebung wahrnehmen

Ein vor vierzig Jahren erblindeter Mann kann erstmals wieder Gegenstände in seiner Umgebung erkennen. Ermöglicht wurde der medizinische Durchbruch durch die gentechnische Übertragung eines Eiweisses aus Algen in Zellen der menschlichen Netzhaut. Dadurch können Nervenzellen, die eigentlich der Signalübertragung dienen, neu selbst Licht wahrnehmen und dem Gehirn weitermelden. Das ermöglicht mit Hilfe einer Spezialbrille wieder ein eingeschränktes Sehvermögen. Diese ersten Resultate sind vielversprechend, und werden weiterverfolgt. An den Arbeiten war ein Forscher aus Basel, Prof. Botond Roska, entscheidend beteiligt. (mehr…)

Pandemie: COVID-19 Impfstoff aus Tabakpflanzen

Die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen ist weltweit weiterhin hoch. Auch Pflanzen könnten als Produktions-Plattform eine wichtige Rolle spielen. Bereits kurz nach dem Ausbruch der Pandemie hatte ein US-kanadisches Unternehmen einen Impfstoff-Kandidaten entwickelt, der mit Tabakpflanzen produziert wird. Klinische Versuche mit Freiwilligen ergaben sehr ermutigende Resultate, die jetzt präsentiert wurden. Der «vegane Impfstoff» rief eine kräftige Antwort des Immunsystems hervor. Kürzlich wurden umfangreiche Tests mit bis zu 30'000 Personen in zehn Ländern gestartet, um die Schutzwirkung des Impfstoffs aus Pflanzen zu prüfen. Falls die Erprobung erfolgreich ist, kann eine Produktionskapazität von 1 Milliarde Dosen pro Jahr aufgebaut werden. (mehr…)

Neue Gentechnik: EU treibt innovationsfreundliche Regulierung voran

Neue genomische Techniken, wie die Genomeditierung mit CRISPR/Cas9, haben ein grosses Potential, um zu einem nachhaltigeren Lebensmittelsystem und einer umweltverträglicheren Landwirtschaft beizutragen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Europäischen Kommission. Weltweit wurden über 600 marktorientierte Produkte der neuen genomischen Techniken in der Forschungs- und Entwicklungspipeline identifiziert, einige bereits nahe der Markteinführung. Allerdings ist das geltende, aus dem Jahr 2001 stammende EU Gentechnikrecht nicht mehr zweckmässig, um die rasant weiterentwickelten Technologien zu regulieren. Daher soll ein politischer Prozess unter Einbezug aller betroffenen Kreise angestossen werden, um gemeinsam über den künftigen Umgang mit diesen biotechnologischen Verfahren zu entscheiden. (mehr…)

Landwirtschaft: Genetisch veränderte Boden-Bakterien steigern Erträge und schützen das Klima

Stickstoff-Dünger steigert Ernteerträge, aber belastet auch die Umwelt und trägt zur Klimaerwärmung bei. Bodenbakterien könnten Stickstoff aus der Luft fixieren und so zur Nährstoffversorgung der Nutzpflanzen beitragen. Allerdings ruht in vielen Bakterien diese Eigenschaft. Mit Hilfe der Genomeditierung haben Forscher in den USA die Stickstofffixierung von Bodenbakterien wieder aktiviert. Das Produkt wird in den USA bereits von tausenden von Landwirten erfolgreich eingesetzt, steigert die Erträge und ermöglicht eine Reduktion der Kunstdüngeranwendung. Das nützt dem Geldbeutel der Farmer, der Umwelt und auch dem Klima. In Europa wäre das nicht möglich, da die Bakterien hier als gentechnisch verändert eingestuft würden und die Hürden für eine Freisetzung kaum überwindbar sind (mehr…)

Umwelt-Sanierung: Gentechnisch veränderte Pflanzen entgiften kontaminierte Böden

Pflanzen dienen dem Menschen nicht nur als Nahrungs- und Faserquelle, sondern können ihn auch bei der Behebung von Umweltschäden unterstützen. Zum Beispiel können sie effizient Chemikalien aus dem Boden entfernen. Forscher haben jetzt Rutenhirse so angepasst, dass sie auf militärischen Testgeländen toxische Sprengstoff-Rückstände aus verunreinigten Böden aufnehmen und abbauen kann. Damit lassen sich belastete Standorte einfacher und zuverlässiger sanieren als mit herkömmlichen Methoden. (mehr…)

Öffentliche Tagung am 2. Juni 2021: Dialog Grün zur modernen Pflanzenzüchtung

Durchbrüche bei der Pflanzenzüchtung dank neuer Technologien: was früher Jahrtausende dauerte, ist jetzt in wenigen Jahren möglich. Wildsorten können in kurzer Zeit zu Kulturpflanzen weiterentwickelt werden, und behalten dabei ihren genetischen Reichtum. An der öffentlichen Fachtagung des Zürich-Basel Plant Science Centers PSC berichten und diskutieren Expertinnen und Experten über die Relevanz von Genomforschung und den technologischen Fortschritt in der Pflanzenzüchtung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion. Eine Anmeldung ist erforderlich (Flyer & Programm; Tagungswebsite und Anmeldung).

PDF Druckversion Point «Aktuelle Biotechnologie» Mai 2021 (Nr. 227)

Text und Redaktion: Jan Lucht, Leiter Biotechnologie (jan.lucht@scienceindustries.ch)


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