Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

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Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der Chemie Pharma Life Sciences 2026

04.11.2026

Die Schweizer Chemie- und Pharmaindustrie behauptet im internationalen Wettbewerb ihren Platz auf dem Podest: Im Global Industry Competitiveness Index (GICI) 2026 liegt sie erneut auf Rang 3, hinter den USA und Irland. Doch bei einer ihrer wichtigsten Stärken gerät die Schweiz unter Druck: Im Bereich Innovation und Technologieführerschaft fällt sie auf Rang 7 zurück. Das gibt Anlass zur Sorge. Das diesjährige Fokusthema zeigt, wie Künstliche Intelligenz die Branche verändert und welche Voraussetzungen es braucht, um ihr Potenzial zu nutzen.

Zum siebten Mal in Folge zählt die Schweiz zu den drei wettbewerbsfähigsten Chemie- und Pharmastandorten der Welt. Ihr Vorsprung auf das viertplatzierte Dänemark ist allerdings knapp, während der Abstand zu den führenden USA und Irland gewachsen ist. Die USA bleiben insbesondere dank ihrer Innovationsleistung und starken Marktstellung an der Spitze. Irland festigt seinen zweiten Platz vor allem aufgrund der hohen Produktivität seiner Pharmaindustrie.

Der GICI wird seit 2020 von BAK Economics im Auftrag von scienceindustries berechnet. Er vergleicht die Wettbewerbsfähigkeit der chemisch-pharmazeutischen Industrie anhand von vier Dimensionen: Performance, Marktstellung und Leistungsfähigkeit, Innovation und Technologieführerschaft sowie Standortqualität.

Starke Voraussetzungen, rückläufige Innovationsposition

Die Schweiz gehört in allen vier Dimensionen zu den zehn besten Standorten. Besonders gut schneidet sie bei der Standortqualität ab: Hier belegt sie weltweit Rang 1. Dazu tragen unter anderem exzellente Hochschulen, qualifizierte Fachkräfte und eine starke Forschungsbasis bei.

Weniger erfreulich ist die Entwicklung bei Innovation und Technologieführerschaft. Hier fällt die Schweiz von Rang 5 auf Rang 7 zurück. Die Analyse deutet darauf hin, dass andere Länder bei den Bedingungen für klinische Forschung und bei der Digitalisierung der Forschung besser aufgestellt sind. In der Dimension Performance liegt die Schweiz neu auf Rang 5 (Rang 4 im Vorjahr).

Auch im internationalen Vergleich verschieben sich die Gewichte: China, Kanada und Malaysia haben sich im Gesamtranking verbessert. Für die Schweiz wird es damit umso wichtiger, ihre guten Voraussetzungen in Forschung, industrielle Anwendungen und Wertschöpfung umzusetzen.

Künstliche Intelligenz als Wettbewerbsfaktor

Das Fokusthema des GICI 2026 widmet sich der Künstlichen Intelligenz. Sie verändert die Chemie- und Pharmaindustrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette: In der Forschung unterstützt sie die Suche nach neuen Wirkstoffen und Materialien, in der Produktion hilft sie, Prozesse und chemische Reaktionen zu optimieren. Auch in Verwaltung, Vertrieb und Logistik entstehen neue Anwendungsmöglichkeiten.

Die Schweiz bringt dafür eine starke wissenschaftliche Basis und gut ausgebildete Fachkräfte mit. Damit KI über einzelne Projekte hinaus eingesetzt werden kann, braucht es jedoch unter anderem Zugang zu hochwertigen Daten, passende Kompetenzen und klare regulatorische Rahmenbedingungen.

scienceindustries setzt sich deshalb für eine risikobasierte und international anschlussfähige Regulierung, einen besseren Zugang insbesondere zu Daten - insbesondere Gesundheitsdaten - sowie für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften ein. Zudem soll der Transfer von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen gestärkt werden.


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