Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

Publikationen - Medienmitteilungen

US-Zölle: scienceindustries fordert Wirtschaftsabkommen mit den USA

24.07.2026

scienceindustries nimmt die von der US-Regierung angekündigten zusätzlichen Zölle von 12,5 Prozent im Rahmen der Section-301-Massnahmen zur Kenntnis. Bedauerlich ist, dass das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) die vom SECO dargelegte Schweizer Rechtslage und die bestehenden Instrumente zur Bekämpfung von Zwangsarbeit nicht ausreichend gewürdigt hat. Gleichzeitig wertet scienceindustries die Berücksichtigung der Ergebnisse des Joint Statements als positives Signal für den Dialog. Die angekündigten Zölle unterstreichen, wie wichtig ein rascher Abschluss eines bilateralen Wirtschaftsabkommens zwischen der Schweiz und den USA ist.

«Zölle schaffen keine Gewinner. Sie verteuern Produkte, belasten Lieferketten und treffen am Ende Unternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Patientinnen und Patienten. Umso wichtiger ist es, jetzt den Weg für ein bilaterales Wirtschaftsabkommen freizumachen», so Stephan Mumenthaler, Direktor von scienceindustries.

Verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen

Die USA sind nach der Europäischen Union der zweitwichtigste Exportmarkt der Schweiz. Für die exportorientierten Industrien Chemie, Pharma und Life Sciences schaffen zusätzliche Handelshemmnisse Unsicherheit und beeinträchtigen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Standorts. Ein bilaterales Wirtschaftsabkommen würde verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, Investitionen erleichtern und die wirtschaftliche Zusammenarbeit nachhaltig stärken. Gerade in einem zunehmend geopolitisch geprägten Umfeld sind berechenbare Handelsbeziehungen von zentraler Bedeutung.

US-Unternehmen sowie Konsumentinnen und Konsumenten tragen die Kosten

Die zusätzlichen Zölle treffen nicht nur Schweizer Exporteure. Zölle wirken wie eine zusätzliche Steuer auf Importe und verteuern Vorleistungen sowie wichtige Industrie- und Gesundheitsprodukte, auf die die US-Wirtschaft angewiesen ist. Arzneimittel sowie zahlreiche Rohstoffe und Zwischenprodukte für deren Herstellung bleiben derzeit von den Massnahmen ausgenommen.

Gerade in den Bereichen Chemie, Pharma und Life Sciences bestehen enge transatlantische Wertschöpfungsketten. Handelshemmnisse erhöhen die Kosten entlang der gesamten Lieferkette, ohne die Versorgungssicherheit oder die Innovationskraft zu stärken. Je nach Produkt werden die Mehrkosten letztlich vor allem von amerikanischen Unternehmen, Gesundheitseinrichtungen, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Patientinnen und Patienten getragen.

Klare Haltung gegen Zwangsarbeit

scienceindustries bekennt sich klar zur weltweiten Bekämpfung von Zwangsarbeit. Schweizer Unternehmen erfüllen bereits heute hohe internationale Standards im Bereich der Menschenrechte und der Sorgfaltspflichten in Lieferketten. Nachhaltige Fortschritte lassen sich vor allem durch internationale Zusammenarbeit, gemeinsame Standards und regelbasierte Handelsbeziehungen erreichen.

Bilateralen Dialog fortführen

Auch nach den angekündigten Zöllen bleibt der Dialog zwischen der Schweiz und den USA der richtige Weg. Ein rascher Abschluss eines bilateralen Wirtschaftsabkommens würde die Resilienz der Lieferketten stärken, Investitionen fördern und beiden Volkswirtschaften langfristig stabile und verlässliche Rahmenbedingungen bieten.

Weitere Auskünfte:

Stephan Mumenthaler, Direktor

Tel. 079 593 91 63, stephan.mumenthaler@scienceindustries.ch

Erik Jandrasits, Leiter Aussenhandel

Tel. 079 473 66 33, erik.jandrasits@scienceindustries.ch


Schliessen

Newsletter anmelden

scienceindustries News
Standpunkte
Point-Newsletter