Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

Analyse zum Expertenbericht

02.04.2018

Bericht der Expertengruppe zu Kostendämpfungsmassnahmen zur Entlastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung: Analyse von scienceindustries

Auftrag der Expertengruppe

Ende 2016 hat der Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) eine Expertengruppe
unter dem Vorsitz von Alt Stände- und Regierungsrätin Verena Diener beauftragt, nationale und
internationale Erfahrungen zur Steuerung des Mengenwachstums auszuwerten und schnell umsetzbare
kostendämpfende Massnahmen zur Entlastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
(OKP) vorzuschlagen. Die Expertengruppe hat nun Kostendämpfungsmassnahmen erarbeitet, die
grossenteils auf dem bestehenden System aufbauen, dabei aber Fehlanreize beseitigen sollen und von
den Tarifpartnern oder subsidiär von den Tarifgenehmigungsbehörden eingesetzt werden können.

Generelle Beurteilung der Ausführungen zum Bereich Arzneimittel

Im Bericht wird festgehalten, dass rund 80 Prozent der Kosten der OKP in vier Bereichen anfallen: Spital
stationär, Spital ambulant, Arztbehandlung ambulant (Behandlung bei Ärztinnen und Ärzten in freier
Praxis) sowie Arzneimittel. Mit Blick auf den Leistungsbereich Arzneimittel beziffert der Bericht dessen
Wachstum in den Jahren 2010 bis 2015 mit 14,6 Prozent, womit dieser Bereich weniger stark
gewachsen ist als die Bereiche Arztbehandlung (31,6%), Spital ambulant (30,2%) und Spital stationär
(23%). Desweitern macht der Bericht auf das geringe Wachstum der pro Kopf-Kosten (1,6%) im Bereich
Arzneimittel aufmerksam und umreisst die bisherigen Einsparungen durch die periodische
Überprüfung der Arzneimittelpreise.

Der Bericht geht zwar anhand der Statistiken auf die offensichtlich kostentreibenden Bereiche ein,
dennoch lässt die Expertengruppe dann aber eine entsprechende Fokussierung der Massnahmen auf
eben diese Bereiche vermissen. Vielmehr beinhaltet er zahlreiche Massnahmen zur Senkung der
Arzneimittelpreise, obschon in diesem Bereich aufgrund der Preisüberprüfungen schon in den Jahren
2012 bis 2014 mindestens CHF 600 Mio. jährlich wiederkehrend eingespart wurden. Darüber hinaus
hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aufgrund der Preisüberprüfungen alleine für das Jahr 2017
weitere Einsparungen in der Höhe von rund CHF 190 Mio. nur für innovative Produkte kommuniziert.
Die Pharmaindustrie ist sich ihrer Verantwortung bewusst und trägt nachweislich seit einiger Zeit zur
Stabilisierung der Gesundheitskosten in der Schweiz bei. Dies nota bene obschon sie hierzulande
gleichzeitig im hohen Ausmass Investitionen getätigt hat und weiterhin tätigt, welche zu einem
erheblichen Anteil nicht über unser eigenes Gesundheitssystem, sondern über international generierte
Gewinne finanziert werden. Somit profitieren nicht nur die Patienten selbst von günstigeren Kosten,
sondern auch die ganze Schweiz als Wirtschaftsstandort wie aber auch der Sozialstaat, der auf stabile
Steuereinnahmen angewiesen ist. Diesem Umstand gilt es bei der Priorisierung der skizzierten
Massnahmen ebenso Rechnung zu tragen.

Im Dokument unter "Downloads" werden nur ausgewählte, die Pharmaindustrie betreffende Massnahmen aus der Sicht von scienceindustries beurteilt.


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