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WHO empfiehlt ersten, bahnbrechenden Malaria-Impfstoff für Kinder

Es ist ein historischer Moment, und ein Hoffnungsschimmer für einen ganzen Kontinent. Nach umfangreichen Studien hat die Weltgesundheitsorganisation WHO erstmals einen Impfstoff gegen Malaria empfohlen. Er soll vor allem den besonders gefährdeten Kindern in Afrika zugutekommen.

29.11.2021

Seit Jahrhunderten ist die durch Mücken übertragene Malaria eine Geissel der Menschheit. Während sie in Europa weitgehend ausgerottet wurde, ist sie immer noch die häufigste Tropenkrankheit. Jährlich stecken sich weltweit etwa 200 Millionen Menschen mit der lebensbedrohlichen Krankheit an, über 400'000 sterben daran. Besonders Kinder in Afrika südlich der Sahara sind gefährdet, wo Malaria eine führende Ursache für Krankheit und Tod bei Kleinkindern bleibt. Hier sind jährlich bei Kindern unter fünf Jahren über 260'000 Opfer zu beklagen.

Malaria wird durch winzige Plasmodium-Parasiten ausgelöst, die durch den Stich von Anopheles-Mücken übertragen werden. Weil eine wirksame Vorbeugung und Behandlung der Malaria mit Medikamenten in weniger wohlhabenden Ländern nicht gesichert sind, bleibt eine wirksame Kontrolle der Anopheles-Mücken die wichtigste Massnahme zur Malaria-Bekämpfung. Durch Massnahmen, wie eine breite Anwendung insektizid-behandelter Moskitonetze und regelmässige Bekämpfung von Insekten in Wohnräumen, konnte die jährliche Zahl der Malaria-Opfer in den letzten zwanzig Jahren mehr als halbiert werden. Es ist aber deutlich, dass ergänzende Massnahmen erforderlich sind, um Malaria weltweit weiter zurückzudrängen.

Der lange Weg zum Impfstoff

Impfungen sind in vielen Fällen die einfachste und nachhaltigste Lösung, um Infektionskrankheiten zu kontrollieren oder ganz auszurotten. Für Malaria wird schon seit über 100 Jahren an der Entwicklung eines Vakzins gearbeitet. Dabei wurden viele verschiedene Ansätze verfolgt, lange Zeit ohne oder mit nur bescheidenem Erfolg.

Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs spielte das Unternehmen GlaxoSmithKline, das über grosse Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Über drei Jahrzehnte arbeiteten Forschende hartnäckig und mit internationaler Unterstützung an der Entwicklung von Mosquirix™, dem ersten zugelassene Malariaimpfstoff. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Untereinheiten-Impfstoff. Dieser enthält nicht den ganzen Erreger in abgeschwächter Form, sondern zwei ungefährliche Bruchstücke eines Eiweisses aus der Hülle der Parasiten. Sie werden mit biotechnologischen Methoden in Hefezellen produziert.

Im Oktober 2021 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO erstmals diesen Impfstoff gegen die Malaria empfohlen - speziell für die Anwendung bei gefährdeten Kindern in Afrika südlich der Sahara. Die Wirksamkeit wurde bei rund 800'000 Kindern in Afrika bestätigt, die Zahl von Todesfällen konnte um 30% gesenkt werden. Die jetzt empfohlene breite Anwendung stellt laut WHO einen historischen Schritt dar.

«Der lang erwartete Malaria-Impfstoff für Kinder ist ein Durchbruch für die Wissenschaft, die Kindergesundheit und die Malariabekämpfung», unterstreicht die Weltgesundheitsorganisation in ihrer Empfehlung.

Über die GlaxoSmithKline AG

GSK ist ein globales, forschendes Gesundheitsunternehmen mit über 94'000 Mitarbeitenden und will Menschen helfen, ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu führen. Wichtige Geschäftsfelder sind Arzneimittel, Impfstoffe und Consumer Healthcare. GSK ist seit dem Jahr 2001 auch in der Schweiz tätig und beschäftigt hier rund 1300 Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Consumer Healthcare, verteilt über verschiedene Standorte. GSK ist das umsatzstärkste Impfstoffunternehmen der Welt, und einer der grössten Impfstofflieferanten für die Schweizer Bevölkerung.


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