Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

140 Jahre Innovation

Wachstumstreiber chemisch-pharmazeutische Industrie

18.05.2022

Mit seinen überdurchschnittlich hohen Wachstumsraten und dem bedeutenden Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Leistung gehört die chemisch-pharmazeutische Industrie zu den leistungsstärksten Branchen der Schweiz. Um die Dynamik langfristig aufrechterhalten zu können, sollten staatliche Regulierungen ein Vordringen in neue Wissensgebiete nicht verhindern.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie weist überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten und einen wachsenden Anteil der Branchenwertschöpfung an der gesamtwirtschaftlichen Leistung auf. Der Branche kommt somit zunehmend eine Rolle als Wachstumstreiberin der Schweizer Volkswirtschaft zu. Die reale Bruttowertschöpfung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie hat in den letzten 25 Jahren um durchschnittlich 6,4 Prozent pro Jahr zugenommen gegenüber der Gesamtwirtschaft mit 1,5 Prozent Wachstum pro Jahr.

1980 steuerte die chemisch-pharmazeutische Industrie noch 1,2 Prozent zur nationalen Wertschöpfung bei – bis zum Jahr 2021 ist ihr Anteil auf 8,7 Prozent angestiegen. Diese Erhöhung der wertschöpfungsmässigen Bedeutung ist zu einem grossen Teil auf Strukturveränderungen zurückzuführen. In den letzten 30 Jahren war zunehmend eine Spezialitätenstrategie zu beobachten, welche unseren Mitgliedern mit ihren Produkten eine weltweite Präsenz und oft auch Marktführerschaft sicherte.

Erwerbstätigkeit rückläufig – erhöhter Frauenanteil

Bei der Entwicklung der Erwerbstätigkeit in den letzten 25 Jahren zeigt sich ein anderes Bild: Der Anteil der Erwerbstätigen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie an der gesamten Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz reduzierte sich zwischen 1985 und 2021 von 2,2 auf 1,4 Prozent. Während im Jahr 1985 noch rund 89'990 Personen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie tätig waren, sind es heute rund 77'500.

In jüngster Zeit steigt die Zahl der Erwerbstätigen wieder leicht an. Ebenso erhöht sich die Frauenquote seit dem Jahr 2000 stetig. Aktuell liegt sie branchenweit bei 36 Prozent. Zudem haben Chemie, Pharma und Life Sciences gegenüber anderen Branchen einen höheren Frauenanteil in mittleren und oberen Führungspositionen. Dies liegt unter anderem an der eher internationalen Orientierung, welche hinsichtlich Diversität und Inklusion häufig ein Schwerpunkt in der Personalpolitik darstellt.

Steigerung der Produktion und hohe Innovationskraft

Die gegenläufige Wertschöpfungs- und Erwerbstätigenentwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie wurde hauptsächlich durch eine Steigerung der Produktivität und der regen Innovationstätigkeit ermöglicht. Dies beweist u.a. die Zahl der Patentanmeldungen aus der Schweiz beim Europäischen Patentamt (EPA): 2021 ist diese erneut gewachsen, und zwar um 3.9 Prozent auf 8442, ein neuer Höchststand. Die Schweiz ist weiterhin das Land mit der höchsten Erfindungsdichte.

Für Innovationen und für die Lösungen der heutigen und zukünftigen Herausforderungen in den Industrien Chemie Pharma Life Sciences sind innovationsfreundliche Rahmenbedingungen unerlässlich. Blockaden oder gar Technologieverbote sind fatal, schaden dem hiesigen Forschungsstandort und würden die Schweiz im internationalen Standortwettbewerb zurückwerfen.

Aussenhandel mit zunehmender Bedeutung

Durch die weltweite Vermarktung von spezialisierten Produkten hat der Aussenhandel an Bedeutung gewonnen. Der schweizerische Binnenmarkt für die Produkte der Chemie- und Pharmabranche ist sehr klein: Die Umsätze der Unternehmen fallen vorwiegend im Ausland an, nur rund 5 Prozent der Produktion werden im Inland abgesetzt. Im Jahr 2021 wurden rund 131 Milliarden Franken über den Aussenhandel erwirtschaftet, was mehr als 50 Prozent der gesamten Schweizer Exporterlöse entspricht.

Damit ist die chemisch-pharmazeutische Industrie zurzeit die wichtigste Aussenhandelsbranche in der Schweiz. Die wertmässigen Exporte sind in den letzten 20 Jahren um durchschnittlich 13 Prozent pro Jahr angestiegen. Das entspricht einer Zunahme von knapp 265 Prozent über den Zeitraum von 2001 bis 2021. Dies widerspiegelt die zunehmende Exportorientierung der Unternehmen in der Chemie- und Pharmabranche.

Hoher Spezialisierungsgrad – erfolgreich in Nischenmärkten

Dank des hohen Spezialisierungsgrads können grosse multinationale Unternehmen der Branchen Chemie Pharma Life Sciences ihre Produkte erfolgreich ins Ausland verkaufen. Zugleich führen viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine erfolgreiche Nischenstrategie, welche ihnen den Zugang zum Weltmarkt ermöglicht.

Betrachtet man die Exportentwicklungen in den Unterbranchen, fällt vor allem die überdurchschnittliche Entwicklung der Pharmazeutika, Vitamine und Diagnostika auf. In den letzten 20 Jahren konnte der Aussenhandel bei diesen Produkten um rund 400 Prozent gesteigert werden. Der Anteil an den Gesamtexporten der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist von 66 Prozent im Jahr 2001 auf 83 Prozent im Jahr 2021 angestiegen.

In anderen Bereichen – wie Roh- und Grundstoffe (+157%), agrochemische Erzeugnisse (+24%) und Farbkörper (-41%) haben sich die Exporte über die letzten 20 Jahre hingegen sehr unterschiedlich entwickelt. Dies zeigt unter anderem ihre stark wachsende Bedeutung innerhalb der Chemie- und Pharmabranche auf.

Die Industrien Chemie Pharma Life Sciences haben während der Corona-Pandemie bewiesen, dass sie krisenresistent sind. Die erfolgreiche Bewältigung einer Krise wird oft durch innovative Prozesse oder Produkte überhaupt erst möglich. Weltweite Krisen erhöhen den Innovationsdruck auf die Unternehmen, die international in Konkurrenz stehen. Dank Spezialisierung und konsequent hohen Investitionen unserer Mitglieder in Forschung & Entwicklung - über 40% der privaten Forschungsgelder in der Schweiz - bestätigt sich nun, dass die Industrien Chemie Pharma Life Sciences auch in schwierigen Zeiten gut aufgestellt sind.

> Lesen Sie hier das Editorial und Auftakt zur Artikel-Reihe von unserem Direktor Stephan Mumenthaler zum Jubiläum von scienceindustries Chemie Pharma Life Sciences.


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