Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

140 Jahre Innovation

Produkte für unsere Lebensqualität

Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz betrug 1882, im Gründungsjahr von scienceindustries, nur rund 43 Jahre. Inzwischen hat sie sich fast verdoppelt, auf 83.7 Jahre. Produkte der Chemie-, Pharma- und Life Sciences Industrien tragen entscheidend zu einem längeren Leben mit steigendem Lebensstandard und hoher Lebensqualität bei.

17.05.2022

Noch vor hundert Jahren konnte bereits ein kleiner Kratzer ein Todesurteil sein: Wenn Bakterien die Wunde infizierten, sich im Körper ausbreiteten und Blutvergiftungen verursachten, gab es oft keine Rettung mehr. Entzündungen durch Verletzungen, infolge chirurgischer Eingriffe oder nach einer Entbindung waren lebensgefährlich. Auch bakterielle Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Diphtherie, Keuchhusten oder eine Lungenentzündung führten zu massiven Gesundheitsproblemen und nicht selten zum Tod.

Die Entwicklung von Antibiotika, die gezielt gegen Bakterien wirken und so eine Behandlung ermöglichen, begann vor gut 100 Jahren. Inzwischen gibt es viele Präparate mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Die Verfügbarkeit von Antibiotika gilt für viele als der grösste medizinische Durchbruch der Neuzeit. Experten schätzen, dass sie etwa 23 Jahre zu der Verlängerung unserer Lebenszeit beitragen. Aber auch Impfungen trugen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten bei, aktuell im Kampf gegen Covid-19.

Weitere bahnbrechende Innovationen brachten neue antivirale Wirkstoffklassen, zum Beispiel gegen HIV oder Hepatitis C. Und schliesslich ermöglichte die Biotechnologie ganz neuartige Ansätze zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Dank der intensiven Forschung der Pharmaindustrie wird das Spektrum von Heilmitteln zum Wohle der Patientinnen und Patienten ständig erweitert, auch für nicht übertragbare Krankheiten (z. B. Herz/Kreislauf, Nervensystem). Mit der personalisierten Medizin wird ein nächster Schritt bei der optimalen, individuell zugeschnittenen Versorgung angestrebt.

Chemische Produkte: Breiter Einsatz im Alltag

Kaum ein Haushalt kommt ohne sie aus, sie erscheinen in unterschiedlichsten Formen und leisten einen Beitrag zu unserem Komfort und helfen Ressourcen zu schonen: Klebstoffe. Sei es als dünner Streifen, der unseren Einkaufszettel zur Erinnerung an der Kühlschranktür haften lässt, sei es als Leimstift, mit dem Kinder ihre Fantasiekreationen aus Naturfunden, Glitter oder Karton zu Papier bringen oder sei es als Tube speziell flexibler Haftvermittler, mit dem wir die sich ablösende Sohle an unserem Lieblingsschuh wieder fixieren und so die Lebensdauer verlängern können: Klebstoffe sind in unserem Alltag nicht wegzudenken.

Ein anderes Beispiel aus unserem Alltag ist das Smartphone: Das wohl wichtigste und am häufigsten genutzte «Helferlein» umfasst jede Menge chemische Stoffe, die im Gerät ihre Funktion verrichten. So enthält der Akku neben Lithium zahlreiche weitere Chemikalien. Auch das Display, mit speziellen Beschichtungen auf der Oberfläche für die Touch-screen Funktionalität und zur Darstellung der Farben, benötigt eine Vielzahl chemischer Verbindungen.

Und: Gibt es etwas angenehmeres, als nach einem entspannenden Bad mit wohltuenden ätherischen Ölen in frische Wäsche zu schlüpfen? Damit Bad oder Dusche den Zweck erfüllen, uns zu reinigen und zu erfrischen, sind eine ganze Reihe Chemikalien im Einsatz. Tenside sorgen zusammen mit dem Wasser für den Reinigungseffekt. Duftstoffe vermitteln uns und der Wäsche Frische, und tragen so zum Wohlbefinden und der Lebensqualität bei. Natürlich werden alle diese Stoffe eingehend auf ihre Verträglichkeit für Mensch und Umwelt überprüft. In der Schweiz ist die Anmeldestelle Chemikalien von BAFU, BAG und SECO die gemeinsame Anlauf- und Verfügungsstelle.

Gesunde Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft

Gesunde Ernährung war noch bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts praktisch kein Thema in der Bevölkerung. Heute sind die Konsumentinnen und Konsumenten immer besser informiert darüber, wie die Ernährung ihre Gesundheit beeinflusst. Es gibt allgemeine Ernährungsempfehlungen wie die Ernährungspyramide – zugleich stellt die Forschung immer deutlicher fest, dass die Reaktion jedes Menschen auf ein bestimmtes Lebensmittel unterschiedlich und einzigartig ist. Hier setzt die «Präzisionsernährung» an, ein neues Forschungsgebiet, das sich auf die Beziehung zwischen Genen und anderen personenspezifischen Informationen, Ernährung und Gesundheit fokussiert. Sie hat viel Potenzial, um positive Resultate zu erzielen, z.B. in der Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten.

Die Unternehmen forschen in diesem Bereich intensiv mit dem Ziel, Produkte anzubieten, die auf die einzigartigen Bedürfnisse jedes Einzelnen eingehen, anstatt zu erwarten, dass die gleiche Ernährung für alle funktioniert. So werden Nahrungsergänzungsmittel erforscht, die auf die ganz besonderen Bedürfnisse von Schwangeren und Stillenden abgestimmt sind oder Erwachsene bei der Behandlung von Prädiabetes unterstützen. Auch digitale Plattformen werden entwickelt, die eine Bewertung des eigenen Gesundheitsrisikos bieten und Benutzern massgeschneiderte Empfehlungen für Speisepläne anbieten.

Doch es bleibt noch viel zu tun: Heute sind mehr als zwei Milliarden Menschen auf unseren Planeten fehlernährt, fast 800 Millionen unterernährt und mehr als eine Milliarde übergewichtig und fettleibig. Grundlage für eine ausreichende und vielseitige Ernährung ist eine nachhaltige Landwirtschaft. Hier hat die Industrie mit entscheidenden Fortschritten beigetragen: Massive Ernteausfälle durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten konnten dank Forschung durch immer wirksamere Pflanzenschutzmittel eingedämmt werden. Chemische Pflanzenschutzmittel wirken heute immer besser, spezifischer und risikoärmer. Moderne Geräte und digitale Technologien erlauben ihr gezieltes Ausbringen.

Grosse Herausforderungen – positiver Impact möglich

So kann heute mehr mit weniger Ressourceneinsatz produziert werden: Seit den 1960er Jahren konnte die Produktion um 60 Prozent gesteigert werden. Auch innovative Züchtungsverfahren spielen eine zunehmende Rolle. Eine produktive Landwirtschaft reduziert CO2-Emissionen, Wasserverbrauch und Bodenverluste, vermeidet Entwaldung und schützt die Biodiversität. Die Industrie ermöglicht Antworten auf die grossen Herausforderungen unserer Zeit wie die demografische Entwicklung und den Klimawandel. Fazit: wir profitieren persönlich, mit einer gesunden Ernährung, und zugleich auch kommende Generationen dank einer intakten Umwelt und einem nachhaltigen Klima.

> Lesen Sie hier das Editorial und Auftakt zur Artikel-Reihe von unserem Direktor Stephan Mumenthaler zum Jubiläum von scienceindustries Chemie Pharma Life Sciences.


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