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Innovative Biotech-Wirkstoffe immer wichtiger für Patienten

Innovation & Nachhaltigkeit

Innovative Biotech-Wirkstoffe immer wichtiger für Patienten

Die Bedeutung der Biotechnologie für die Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten zur Vorbeugung und Behandlung von ernsten oder gar lebensbedrohenden Erkrankungen wird immer grösser. Sie eröffnet neue, verbesserte Therapieoptionen, und unterstützt so die Lebensqualität der Patienten.

11.08.2022

Bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen die Covid-19 Pandemie in Rekordzeit waren moderne biotechnologische Verfahren unverzichtbar, sowohl für die Forschung als auch für die Produktion. Alle bisher in Europa zugelassenen Covid-19 Vakzine werden mit Hilfe gentechnischer Methoden hergestellt. Sie haben ihr enormes Potential zum Schutz von Leben und Gesundheit anfälliger Bevölkerungsgruppen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Biotechnologische Wirkstoff-Produktion: seit Jahrzehnten Routine

Der erste gentechnisch hergestellte Wirkstoff, ein Human-Insulin, wurde bereits 1982 in den USA zugelassen. Er war für die meisten Patienten deutlich besser verträglich als das herkömmliche, aus tierischen Organen extrahierte Präparat. Im Jahr 1986 kamen der erste durch Gentechnik erzeugte Impfstoff gegen Hepatitis, das erste biotechnologisch produzierte Krebsmedikament (Interferon), und der erste rekombinante Antikörper gegen die Transplantat-Abstossung auf den Markt. Seither haben innovative Heilmittel, die mit Hilfe der Bio- und Gentechnologie hergestellt werden, stetig an Bedeutung zugenommen.

Monoklonale Antikörper (MAB) stellen heute die grösste Biotech-Wirkstoffgruppe dar. Sie beeinflussen mit hoher Spezifität Prozesse im menschlichen Körper. So können sie das Wachstum von Krebszellen bremsen, Entzündungsvorgänge und allergische Prozesse stoppen, und erwünschte Immunreaktionen anregen. Aufgrund ihrer einzigartigen und massgeschneiderten Eigenschaften eröffnen neue Biotech-Wirkstoffe Chancen für die Behandlung von Krankheiten, die bisher schwer oder gar nicht therapiert werden konnten.

Biotechnologische Verfahren haben einen grundlegenden Wandel bei der Medikamenten-Herstellung ausgelöst. Zunehmend wird die klassische chemische Synthese von Wirkstoffen durch biotechnologische Ansätze ergänzt. Die Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika ist sehr aufwändig. Die Wirkstoffe werden mit Hilfe von gentechnisch veränderten Zellen oder Mikroorganismen in geschlossenen Systemen produziert.

Viele wichtige Wirkstoffe werden mit Bio- und Gentechnologie produziert

Eine aktuelle Marktübersicht in der Fachzeitschrift «Nature Reviews Drug Discovery» (Urquhart 2022) zeigt, dass im Jahr 2021 sieben der zehn weltweit umsatzstärksten Medikamente biotechnologisch produziert wurden. Dazu gehören die wichtigen mRNA Wirkstoffe gegen Covid-19, aber auch Wirkstoffe zur Behandlung verschiedener Krebs-Erkrankungen, von Autoimmunkrankheiten und Psoriasis sowie von Diabetes.

Top 10 der weltweit umsatzstärksten verschreibungspflichtigen Medikamente 2021. Biotechnologische Produkte sind gelb markiert, chemisch hergestellte Wirkstoffe blau (Datenquelle: Urquhart 2022, Top companies and drugs by sales in 2021, Nature Reviews Drug Discovery 21 s. 251)

Auch in der Schweiz ist eine grosse Zahl von Medikamenten und Impfstoffen zugelassen, die mit Hilfe rekombinanter DNA Technologie hergestellt werden. Die Zulassungsbehörde Swissmedic veröffentlicht auf ihrer Homepage aktuelle Listen dieser Produkte. Ende Juli 2022 fanden sich darauf 630 Biotech-Arzneimittel, mit über 190 unterschiedlichen Wirkstoffen. Dazu kommen fast 50 gentechnisch hergestellte Insulinpräparate mit 18 unterschiedlichen Wirkstoffen. Aus Tieren gewonnenes Insulin ist in der Schweiz nicht mehr auf dem Markt. Auch die etwa 50 zugelassenen Impfstoffpräparate werden biotechnologisch hergestellt, zu einem wesentlichen Teil mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen.  

Der Anteil bio- und gentechnisch hergestellter Medikamente in der Schweiz steigt seit den 1990er Jahren kontinuierlich, 2020 betrug er rund ein Viertel des Gesamtmarktes. Rund 30 Prozent der biotechnologisch hergestellten Arzneimittel werden gegen Krebserkrankungen eingesetzt.


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