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Chemie- und Pharmaindustrie trotzen globalen Unsicherheiten
29.01.2026
Chemie- und Pharmaindustrie trotzen globalen Unsicherheiten und bleiben Rückgrat des Schweizer Exports
Die chemisch-pharmazeutische Industrie behauptet sich auch 2025 mit 152.1 Milliarden Franken bei den Exporten als tragende Säule des Schweizer Aussenhandels. In einem herausfordernden globalen Umfeld erzielte die Branche ein Exportwachstum von 2.2 Prozent und unterstreicht damit ihre Bedeutung für Beschäftigung, Wertschöpfung und den Wirtschaftsstandort Schweiz.
Mit einem Anteil von über 52 Prozent an den gesamten Schweizer Exporten und einem Exportvolumen von 152.1 Milliarden Franken trotzte die chemisch-pharmazeutische Industrie 2025 einem sehr herausfordernden globalen Umfeld. Sie bleibt damit ein zentraler Stabilitätsfaktor für den Wirtschaftsstandort Schweiz.
«Die chemisch-pharmazeutische Industrie trägt massgeblich zum Exporterfolg der Schweiz bei. Sie ist damit ein zentraler Pfeiler für Beschäftigung, Wertschöpfung und Wohlstand», sagt Stephan Mumenthaler, Direktor von scienceindustries. «Dieser Erfolg ist jedoch kein Selbstläufer. Er setzt verlässliche Rahmenbedingungen und einen gesicherten Zugang zu den wichtigsten Absatzmärkten voraus.»
Angesichts geopolitischer Spannungen, hoher Energie- und Rohstoffpreise sowie einer weiterhin verhaltenen Weltkonjunktur ist die positive Exportentwicklung Ausdruck der hohen Innovationskraft und Resilienz der Branche. Gleichzeitig verdeutlicht sie, wie stark die Schweizer Wirtschaft auf funktionierende internationale Handelsbeziehungen angewiesen ist.
EU bleibt Schlüsselpartner – Bilaterale III sind unverzichtbar
Mehr als die Hälfte der Exporte der scienceindustries-Mitgliedsunternehmen gehen in die Europäische Union. 2025 stiegen die Ausfuhren in die EU um 1.7 Prozent auf 80.3 Milliarden Franken. Mit einem Anteil von 52.8 Prozent bleibt sie klar die wichtigste Absatzregion. Auch auf der Importseite ist die Abhängigkeit gross: Über vier Fünftel (68.7 Milliarden Franken, +16.6 Prozent) aller chemisch-pharmazeutischen Produkte werden aus der EU bezogen.
Die EU ist damit nicht nur zentraler Absatzmarkt, sondern auch unverzichtbare Zulieferin von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Vorleistungen. Ein dauerhaft gesicherter, diskriminierungsfreier Marktzugang zum europäischen Binnenmarkt ist für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Industrien zwingend erforderlich. scienceindustries fordert daher eine konstruktive und zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen mit der EU. Die «Bilateralen III» sind dazu der richtige Schritt.
Globale Vernetzung stärken – Freihandel ausbauen
Nach der EU bleiben die USA mit einem Exportvolumen von 36.7 Milliarden Franken (+9.0 Prozent) die zweitwichtigste Exportdestination. Es folgen Slowenien (26.2 Milliarden Franken) und Deutschland (17.8 Milliarden Franken). Italien (11.9 Milliarden Franken) und China (7.2 Milliarden Franken) komplettieren die Top-6 der Exportdestinationen. Diese Zahlen unterstreichen die hohe internationale Vernetzung der Branche und die Bedeutung offener Märkte.
Um auch künftig erfolgreich zu bleiben, braucht es einen möglichst ungehinderten Zugang zu globalen Absatzmärkten. scienceindustries setzt sich deshalb für einen raschen Abschluss des Abkommens mit den USA und die konsequente Weiterentwicklung und den Ausbau des Schweizer Netzes an Freihandelsabkommen ein – insbesondere mit wachstumsstarken Regionen ausserhalb Europas.
Standortpolitik entscheidet über zukünftige Wettbewerbsfähigkeit
Mit 77.8 Prozent stellen pharmazeutische Erzeugnisse den grössten Anteil der Exporte der scienceindustries-Mitgliedsunternehmen. Diese Sparte erzielte 2025 ein Exportvolumen von 118.4 Milliarden Franken und steht für 41.3 Prozent der gesamten Schweizer Exporte (ohne Gold).
Damit diese Innovations- und Exportleistung langfristig gesichert werden kann, braucht es verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen in der Schweiz. Zusätzliche regulatorische und administrative Belastungen gefährden Investitionen, Innovationen und Arbeitsplätze. scienceindustries fordert daher eine wirtschaftsfreundliche Standortpolitik, den Abbau unnötiger Bürokratie sowie eine gezielte Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation.
Weitere Zahlen entnehmen Sie der Aussenhandelsstatistik des BAZG.
Weitere Auskünfte:
Stephan Mumenthaler, Direktor
Tel. 044 368 17 20, stephan.mumenthaler@scienceindustries.ch
Erik Jandrasits, Leiter Aussenhandel
Tel. 044 368 17 22, erik.jandrasits@scienceindustries.ch