Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

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Initiativen gefährden unsere Wettbewerbsfähigkeit

An der scienceindustries Generalversammlung diskutierten Wirtschaftsminister Guy Parmelin und Persönlichkeiten von Chemie Pharma Life Sciences die Auswirkungen der Kündigungs- und Unternehmens-Verantwortungs-Initiative für die Schweiz und kamen zum Schluss, dass beide Initiativen abzulehnen sind.

04.09.2020

Erstmals in der 138-jährigen Geschichte von scienceindustries wurde die Generalversammlung online durchgeführt. Beim Podiumsgespräch diskutierte Matthias Leuenberger, Präsident von scienceindustries mit Bundesrat und Wirtschaftsminister Guy Parmelin, Erik Fyrwald, CEO Syngenta Group sowie Klaus Moosmayer, Geschäftsleitungsmitglied Novartis die wichtigsten Eckpfeiler für einen funktionierenden Schweizer Wirtschaftsstandort sowie die möglichen Auswirkungen der Kündigungs- und Unternehmens-Verantwortungs-Initiative auf die Schweiz von morgen.

Chemie- und Pharmaindustrie spielt bezüglich Wettbewerbsfähigkeit in der Champions-League

Die Schweizer Chemie- und Pharmaindustrie rangiert bei der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich nach den USA auf dem zweiten Platz, wie die neue Studie der BAK Economics zeigt. Allerdings befindet sich die Schweiz bei den Rahmenbedingungen nur im Mittelfeld. So verteuern beispielsweise die Industriezölle die Produktion und benachteiligen den Schweizer Standort.

Versorgungssicherheit auch während der Corona-Krise gewährleistet

Matthias Leuenberger stellte erleichtert fest, dass die Mitgliedsfirmen von scienceindustries bisher "gut durch die Corona-Krise gekommen sind". Weiter führt der Präsident von scienceindustries aus, dass "die globalen Lieferketten funktioniert haben und es zu keinen Lieferengpässen kam, mit Ausnahme von gewissen Generika, die bei der künstlichen Beatmung eingesetzt werden". Er weist darauf hin, dass ein Referenzpreissystem bei Generika die Versorgungssicherheit in der Schweiz schwächen würde.

Der erfolgreiche Innovationsstandort braucht Top-Arbeitskräfte für Forschung und Produktion

Am 27. September können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Innovations- und Produktionsstandort Schweiz stärken. Dies, wenn sie die Begrenzung der Personenfreizügigkeit entschieden ablehnen. Diese müsse richtigerweise "Kündigungsinitiative" heissen, da "eine Einigung mit der EU zur Aufhebung der Personenfreizügigkeit innerhalb eines Jahres so gut wie ausgeschlossen ist" so Matthias Leuenberger. Die Chemie Pharma Life Sciences sind Innovationsweltmeister. Damit das so bleibt, ist der "Zugang zu den besten Talenten auf der ganzen Welt, auch aus der EU, absolut entscheidend", ist sich der scienceindustries Präsident sicher. Der Spitzenplatz der Industrien, bei dem das Forschungsabkommen mit der EU entscheidend ist, darf nicht leichtsinnig gefährdet werden.

Keine Alternative zum bilateralen Weg mit der EU

Bundesrat und Wirtschaftsminister Guy Parmelin betonte, dass "fast die Hälfte der Warenexporte der Schweiz auf das Konto der chemisch-pharmazeutischen Industrien geht". Daher seien aus Sicht des Bundesrates die Bilateralen I mit dem direkten Zugang zum EU-Binnenmarkt für diese Industrien von besonderer Bedeutung. Das Freihandelsabkommen, dass nur die Zölle, nicht aber den hindernisfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt regele, sei kein Ersatz. Der Bundesrat wolle den "bewährten bilateralen Weg fortsetzen." Im heutigen unsicheren wirtschaftlichen Umfeld täten wir gut daran, "gute Gewohnheiten zu pflegen".

Die Unternehmens-Verantwortungs-Initiative schwächt den Schweizer Wirtschaftsstandort

Die Unternehmens-Verantwortungs-Initiative, über die im November abgestimmt wird, kommt einem Schweizer Alleingang gleich. Unsere Industrien unterstützen, so der scienceindustries Präsident "das Anliegen der Initianten in ihrem Kern" vorbehaltlos, allerdings löst die Umsetzung bei den Mitgliedsunternehmen grosse Bedenken aus. Die Initiative würde die Situation bei den Menschenrechten sowie der Umwelt nicht verbessern, da sich Schweizer Firmen aus problematischen Ländern zurückziehen würden. Klaus Moosmayer von Novartis betonte die hohe Bedeutung der Einhaltung der Menschenrechte für Unternehmen. Seiner Meinung nach ist der indirekte Gegenvorschlag des Parlaments mit Rechenschaftspflichten über Menschenrechte und Umwelt sowie einer Sorgfaltsprüfung in den besonders sensiblen Bereichen "ein gangbarer Weg im Sinne der Stärkung der Menschenrechte, der auf zukunftsgerichtete und international abgestimmte Instrumente setzt". Der indirekte Gegenvorschlag kommt aber nur bei Ablehnung der Initiative zum Zug.

Technologie ist der Schlüssel für nachhaltigen Pflanzenschutz

Erik Fyrwald, CEO Syngenta Group, geht in seiner Rede auf die Auswirkungen des globalen Klimawandels und des Bevölkerungswachstums ein, aufgrund welcher 2050 rund 60 % mehr Lebensmittel produziert werden müssen. "Innovative Anbaumethoden und Technologien sind für Landwirte der Schlüssel zum Erfolg, um weiterhin ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren und den gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei unterstützen wir sie", erklärt Fyrwald. Weiter sagt er, dass neue, innovative Produkte oft sicherer als bisherige Pflanzenschutzmittel sind. Er ist zuversichtlich, dass die Schweizerinnen und Schweizer im Jahr 2021 die Pflanzenschutz-Initiativen sorgfältig abwägen und mit einem Nein zu beiden Vorlagen zu Gunsten des Innovationsstandorts Schweiz abstimmen werden.

Weiter wählte die Generalversammlung Frau Dr. Annette Luther, F. Hoffmann-La Roche AG und Herr Dr. Bernd Högemann, Clariant International Ltd., neu in den Vorstand von scienceindustries.

Auskünfte:

Marcel Sennhauser, Bereichsleiter Kommunikation & Public Affairs
marcel.sennhauser@scienceindustries.ch, T +41 44 368 17 44

Gruppenfoto von links nach rechts: Bundesrat Guy Parmelin, Matthias Leuenberger, Erik Fyrwald, Esther Keller, Klaus Moosmayer

 


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