Wirtschaftsverband Chemie Pharma Life Sciences

Publikationen - Medienmitteilungen

Neue Züchtungsverfahren: Schweiz darf nicht zum Schlusslicht werden!

17.06.2026

Mit dem heutigen Entscheid des Europäischen Parlaments erhält die Entwicklung präzisionsgezüchteter Pflanzen in der EU einen innovationsfreundlichen Rechtsrahmen. Der Entscheid ermöglicht den Anbau präzisionsgezüchteter Pflanzen für eine wettbewerbsfähigere und nachhaltigere Landwirtschaft. Für scienceindustries zeigt sich damit umso deutlicher: Die Schweiz muss ihre klar restriktivere Regulierung neuer Züchtungsverfahren überarbeiten.

Neue Züchtungsverfahren wie die Genomeditierung mit CRISPR/Cas9 ermöglichen die Entwicklung von Pflanzen, die widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Klimastress sind. Sie können zu einer nachhaltigeren und produktiveren Landwirtschaft beitragen. So entwickelte Pflanzen ohne artfremde Erbinformation können auch bei der herkömmlichen Züchtung entstehen. Da sie sich nicht grundsätzlich unterscheiden, werden sie in immer mehr Ländern vergleichbar reguliert. Für England wurde ein entsprechendes Gesetz bereits 2023 verabschiedet. Im gleichen Jahr legte die Europäische Kommission ebenfalls einen innovationsfreundlichen Regulierungsvorschlag vor. Dieser wurde nun verabschiedet.

Nach Verabschiedung der EU-Regeln für neue Züchtungsverfahren: Dringender Handlungsbedarf in der Schweiz

Während die EU und weitere Länder ihre Regulierung modernisieren, droht die Schweiz mit der aktuell restriktivsten Regulierung in Europa den Anschluss zu verlieren. Der vom Bundesrat vorgeschlagene Entwurf für ein neues Züchtungstechnologiengesetz (NZTG) enthält Auflagen, die den Einsatz dieser Technologien in der Praxis erheblich erschweren würden. Faktisch wäre in der Schweiz der Einsatz neuer Züchtungsverfahren sowie der Anbau und Import damit erzeugter Pflanzen nicht möglich. Somit bliebe die Schweiz auch mit dem vorgeschlagenen NZTG globales Schlusslicht mit einer der am wenigsten innovationsfreundlichen Regelungen.

Die Vernehmlassung hat gezeigt, dass eine breite Mehrheit der Teilnehmenden eine stärkere Annäherung an die europäische Regulierung fordert. «Nach dem heutigen Entscheid muss der Bundesrat rasch nachbessern und eine praxistaugliche Vorlage präsentieren. Die Schweiz darf sich bei einer Schlüsseltechnologie für eine nachhaltige Landwirtschaft nicht ins Abseits stellen. Wenn wir Forschung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit stärken wollen, braucht es einen Rechtsrahmen, der mit den Entwicklungen in Europa Schritt hält», fordert Stephan Mumenthaler, Direktor von scienceindustries.

Weitere Auskünfte:

Stephan Mumenthaler, Direktor

Tel. 079 593 91 63, stephan.mumenthaler@scienceindustries.ch

Jan Lucht, Fachexperte Biotechnologie

Tel. 044 368 17 63, jan.lucht@scienceindustries.ch


Schliessen

Newsletter anmelden

scienceindustries News
Standpunkte
Point-Newsletter