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GICI 2026

Schweizer Chemie- und Pharmastandort: scienceindustries fordert bessere Rahmenbedingungen für die Life Sciences-Industrie

04.11.2026

Im Global Industry Competitiveness Index (GICI) 2026 von BAK Economics belegt die Schweiz erneut Rang 3 hinter den USA und Irland. Bei Innovation und Technologieführerschaft fällt die Schweiz auf Rang 7 zurück. Die Schweiz bleibt somit einer der wettbewerbsfähigsten Chemie- und Pharmastandorte der Welt, doch der Vorsprung schmilzt. scienceindustries fordert deshalb bessere Bedingungen, um Forschung schneller in industrielle Anwendungen und Wertschöpfung zu übersetzen. Wie entscheidend dies gerade bei Künstlicher Intelligenz ist, stand im Zentrum des diesjährigen Jahresanlasses.

Die Schweiz gehört in allen vier Hauptdimensionen des GICI zu den zehn besten Standorten. Ihre grösste Stärke bleibt die Standortqualität: Hier liegt sie weltweit auf Rang 1. Exzellente Hochschulen, hochqualifizierte Fachkräfte und eine starke Forschungsbasis bieten hervorragende Voraussetzungen. Bei der Performance fällt die Schweiz hingegen auf Rang 5 zurück, bei Innovation und Technologieführerschaft auf Rang 7.

«Ich bin beunruhigt, dass die Schweiz bei ihren traditionellen Stärken wie Innovation and Technologieführerschaft wichtige Ränge abgegeben hat. Die Schweiz verliert dort an Boden, wo sich die künftige Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.», sagt Dr. Annette Luther, Präsidentin von scienceindustries.

KI: Von der Forschung in die Anwendung

Künstliche Intelligenz zeigt exemplarisch, worauf es künftig ankommt. Die Anwendungen in Chemie, Pharma und Life Sciences sind längst real: KI unterstützt die Suche nach neuen Wirkstoffen, hilft bei der Planung klinischer Studien, beschleunigt die Entwicklung neuer Materialien und optimiert Reaktionen und Produktionsprozesse. Gleichzeitig verändert sie Logistik, Administration und Vertrieb. «Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: Kommt KI? Sie lautet: Wo und mit welchen Voraussetzungen wird sie zum Wettbewerbsvorteil für innovative Industrien?», so Luther. Die Ausgangslage der Schweiz sei gut, aber nicht komfortabel.

Am Jahresanlass von scienceindustries diskutierten Prof. Dr. Markus Lill (Universität Basel), Dr. Arndt Finkelmann (Syngenta), Dr. Sarah Genner (HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich) und Jamila Shoazizova (ehem. Lernende Novartis), was es braucht, damit dieses Potenzial tatsächlich genutzt werden kann. Die persönlichen Perspektiven reichten von Forschung und industrieller Anwendung bis zu Arbeitswelt und Nachwuchs.

Drei Voraussetzungen für mehr Tempo

Für scienceindustries stehen bei KI drei Handlungsfelder im Vordergrund:

  • Pragmatische Regulierung: Die Schweiz braucht einen risikobasierten, sektorbezogenen und international anschlussfähigen Rahmen, der Risiken adressiert, ohne Anwendungen vorsorglich zu verhindern.
  • Besserer Datenzugang: Unternehmen und Forschung benötigen einen rechtlich klaren und praktikablen Zugang zu qualitativ hochwertigen Daten, insbesondere Gesundheitsdaten.
  • Schnellerer Transfer: Forschung muss rascher in industrielle Anwendungen gelangen. Dafür braucht es Fachkräfte, Weiterbildung sowie geeignete Bedingungen für Finanzierung, Rechenleistung und das Erproben neuer Anwendungen.

«Die Technologie wartet nicht darauf, bis unsere Prozesse fertig sind», hält Luther fest. «Wir können heute die Bedingungen schaffen, damit die Schweiz bei dieser nächsten Innovationswelle nicht hinterherläuft, sondern vorne mitspielt.»

Rang 3 ist kein Besitzstand

Der GICI 2026 zeigt ein klares Bild: Die Schweiz verfügt weiterhin über sehr starke Voraussetzungen. Doch andere Standorte holen auf und Investitionsentscheide werden international gefällt. «Rang drei ist eine hervorragende Ausgangslage, aber kein Besitzstand», sagt Dr. Stephan Mumenthaler, Direktor von scienceindustries. «Jetzt geht es darum, aus unseren Stärken wieder konsequenter Ergebnisse zu machen: beim Marktzugang, beim Life Sciences-Standort und beim Einsatz neuer Technologien wie KI.» Entscheidend ist, ob es gelingt, gute Voraussetzungen schneller als andere Standorte in Innovation, Investitionen und industrielle Wertschöpfung zu übersetzen.

Zum Global Industry Competitiveness Index (GICI) 2026 (PDF)

Weitere Auskünfte:
Stephan Mumenthaler, Direktor
Tel. 044 368 17 20, stephan.mumenthaler@scienceindustries.ch

Anne Cécile Vonlanthen, responsable Affaires publiques et communication
Tel. 044 368 17 44, annececile.vonlanthen@scienceindustries.ch


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